Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1897)
- Date
- 1897-09-01
- Page
- Seite 204 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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mm V* — 204 — itttb der christlichen Märtyrerin! Solcher Contraste lassen sich bei diesem Künstler viele zusammenstellen. Er . . schreitet in dem engen Bretterhaus Den ganzen Kreis der Schöpfung aus Und wandelt mit bedächt'ger Schnelle Vom Himmel durch die Welt zur Hölle." I. Norden. Jur Entstehungsgeschichte -es Wormonismus. Am 22. September 1827 erschien, so lautet die fromme Sage der Sektierer, zu Sheron im Staate Vermont (Nordamerika) ein „Engel" bei Joe (Joseph) Smith, einem 22jährigen Jüngling, und überbrachte ihm eine in Metallplatten eingegrabene Schrift, die die neueste und wahrste Offenbarung enthielt. Joe schrieb sofort das Wunderbuch ab, worauf die Metallplatten verschwanden; die Bibel der Lutter Day Saints (der Heiligen der jüngsten Tage) war da und die Welt nm eine „Religion" reicher. Die Geschichte dieser Religion, wie sie sich ausbreitete und in allen Ländern der Erde Anhänger gewann, das soll hier nicht erzählt werden. Wir haben es jetzt nur mit der Mormonenbibel zu thun. Der „Engel", der sie auf Metallplatten brachte, entpuppte sich nachträglich als ein gewisser Spandling. mit welchem Joe Smith unter Zuziehung einiger frommen Geschäftsfreunde das Wunderbuch in die Fassung hineinredigierte, die es jetzt hat. Der Inhalt der neuesten „Bibel" ist kurz folgender: Um das Jahr 600 vor der christlichen Zeitrechnung wurde eine fromme jüdische Familie vom Stamme Josephs, Lehi mit seinem Weibe Sariah und seinen vier Söhnen: Laman, Lemuel, Sam und Nephi zur Zeit des Königs Zedekiah über das Rote Meer durch Asien an den See Jrrkantum und über das große Weltmeer nach der Küste von Südamerika — das damals noch ein unbekanntes Land war — geleitet. Mehr als ein Jahrzehnt später landete ein anderer Zug Israeliten vom Stamme Juda auf demselben Wege an den westlichen Gestaden von Nordamerika. Die Gelandeten zogen der Küste entlang südlich und setzten sich in der Gegend des jetzigen Panama auf der Landenge fest, wo sie die Stadt Zorachelma gründeten. Die Eingeborenen nannten die Fremdlinge nach dem Namen der Stadt. Beide jüdische Stämme vermehrten sich und breiteten sich aus über das Land, wußten jedoch sehr lange nichts von einander, bis die in Südamerika angesiedelten Juden nach etwa 400 Jahren auf die in Panama ansässigen stießen und mit diesen sich zu einem Volke vereinigten. Die Nachkommen Lehis hatten sich nämlich auf amerikanischem Boden mit der Zeit in zwei Teile geschieden, von denen der eine den andern wegen seiner Gottesfurcht und seines Festhaltens