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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-07-01 · Heft 7 (1.7.1897) · p. Seite 167

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 7 (1.7.1897)
Date
1897-07-01
Page
Seite 167 (sequence 23)
Language
German
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167 Pastor Fries-Stockholm über die neuereu Forschungen auf dem Gebiete der israelitischen 'Geschichte, Pastor Björck-Stockholm über das Thema: Im welchem Sinne haben wir die Bibel als das Wort Gottes aufzufassen? Rabbiner Dr. Klein über die Verbindung von Religion und Moral, Professor Michelet-Christiania über die Propheten Israels, Professor Sabatier-Paris: Die Beziehungen der Religion zu den Tendenzen der modernen Weltanschauung. — Aus Stockholm berichtet man: Es wird wohl von Interesse sein, daß in Stockholm Herr Gemmy Kubenson (ein Jude) schon seit 1876 das Amt eines Polizeipräsidenten bekleidet, nachdem er schon mehrere Jahre vorher den Posten eines Polizei-Intendanten bekleidete. — Das neue Gebäude des Vereins zur Beförderung jüdischer Litteratur und Wissenschaft in Petersburg, welches mit einem Kostenaufwande von 70000 Rubeln erbaut wurde, wird in allernächster Zeit eröffnet werden. — Der Zar hat den Staatsrat Dr. L. B. von Hertenson zum seinem Leibarzt ernannt. Dieser Akt ist bemerkenswert, da Bertenson jüdischer Abkunft ist und Alexander III. dessen wiederholt vorgeschlagene Ernennung aus diesem Grunde abgelehnt hat. — In Kiew wurde in Anwesenheit der Spitzen der Geistlichkeit der neugebaute Teil des jüdischen Krankenhauses, den Herr Leon Hrodsky, der Sohn des Begründers des Instituts, des Herrn Israel Brodsky, hat aufführen lassen, feierlich eröffnet Der Neubau enthält 22 Betten und ist speziell zu einer Frauenklinik bestimmt. — In Rußland haben arge Judenkrawalle stattgefunden, so in Minsk und Kantaknsaw. — In Krementschug existirt ein Mädchengymasium, welches allein in ganz Rußland berechtigt ist, Schülerinnen ohne Unterschied der Konfession aufzunehmen. Unter 400 Schülerinnen sind 190 Jüdinen. — Herr Simon Wolf in Washington hat eine interessante Biographie des bekannten Majors Mordechai Emanuel Noah, der seinerzeit Sheriff der Stadt New-Iork war, veröffentlicht. In New-Aork starb Herr Eduard Werthrimer. Er war in Böhmen geboren und kam 1861 nach Amerika, wo er in die Bundesarmee eintrat und während des ganzen Bürgerkrieges mit Auszeichnung diente. Der offizielle Bericht meldet ihn zweimal als Helden. In der Schlacht bei Chancellorsville, 4. Mai 1862, zeichnete er sich dadurch aus, daß er die Fahne, obwohl schwer verwundet, so lange hielt, bis er sie einem Sergeanten übergeben konnte. Er hatte den Rang eines Kapitäns erhalten und wurde nach Beendigung des Krieges zum Zollbeamten ernannt. -• Daselbst starb auch Herr Louis Schnabel aus Proßnitz stammend. Er gab früher eine Jugendschrift „Aoung Israel" heraus, und deutsche, englische, ftanzösische und bebräische Zeitschriften brachten seine Artikel unter dem Namen »Mi Jodea". — In Uew-Uork starb Herr Rabbiner Ignatz Großmann. Die zahreiche Gemeinde und das gesammte New-Iorker Rabbinat erwies dem herrlichen Manne die letzte Ehre. — Der Nestor der jüdischen Reform-Rabbiner Amerikas, Dr. I. M. Wise, feierte jüngst seinen 78. Geburtstag. Aus diesem Anlaß erschien eine Festschrift, eine Geschichte des Hebrew Union College und viele andere wissenschaftliche Bei-

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