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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-07-01 · Heft 7 (1.7.1897) · p. Seite 166

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 7 (1.7.1897)
Date
1897-07-01
Page
Seite 166 (sequence 22)
Language
German
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166 an der Königlichen Militärakademie in Woolwich. 1870 zog er sich ganz zurück, als aber 1877 die John Hopkins-Universität in Baltimore gegründet wurde, nahm er einen Ruf dahin an. 1883 erhielt er eine Berufung nach Oxford. Zehn Jahre später, als seine Gesundheit und seine Augen schon sehr geschwächt waren, übersiedelte er nach London, wo er den größten Teil seiner Zeit in Athenäumclub verbrachte. Viele gelehrte Gesellschaften bemühten sich stets, ihm Ehre zu erweisen. Er war Mitglied der Königlichen Gesellschaft (Royal Society) der Nationalakademie der Wissenschaften in den Vereinigten Staaten ((Umted Stades National-Academiy of Sciences), der Königlichen Wissenschaften der Akademie in Göttingen, Neapel, Boston, St. Petersburg, Berlin, Rom, Belgien rc. rc. Er war Ehrendoktor von Oxford, Lublin, Edinburg, und Cambridge n. s. w. Sylvester war nie verheiratet und führte infolge dessen ein ziemlich zurückgezogenes Leben; er überlebte seine Schwestern. Die letzten Lebensjahre waren durch körperliche Leiden verbittert, besonders durch unaufhörliche heftige Kopfschmerzen. Seine äußere Erscheinung 'war die eines höchst intelligenten Mannes. Seine wissenschaftliche Thätigkeit umfaßt mehr als ein halbes Jahrhundert. Doch können nur Specialisten den Wert der Arbeiten ermessen, die er mit seinem Freunde Professor Cayley veröffentlichte; man nannte die beiden „die großen Zwillingsbrüder ber_ modernen Wissenschaft". Die wissenschaftliche Welt Europas hat in Professor Sylvester einen der bedeutendsten Männer verloren. Professor Sylvester war aber nicht nur einer der bedeutendsten Mathematiker, er war in jeder Beziehung ein interessanter und ausgezeichneter Mann. Er war musikalisch und versuchte sich öfter in Versen. — In der Jahressitzung der „Royal Society of Sciences" in London ist der berühmte Botaniker, Geheimrat Ferdinand Kohn in Breslau, der Bahnbrecher für das Studium der Mikroorganismen, besonders der Bakterien und Bazillen, zum Mitglied der königlichen Gesellschaften der Wissenschaften ernannt worden. Das Zeichen F. R. S. „Fellow of Royal Society" ist die höchste Auszeichnung, welche die englische Wissenschaft einem Forscher verleihen kann. — Oberst Albert E. Goldsmid in London ist abermals avancirt. Er wurde zum General-Adjudanten des Themse-Distrikts ernannt und trat sein Amt am 1. April an. — Der Stockholmer Rabbiner Herr Dr. G. Klein hat im Laufe des letzen Winters im Auftrag des Königs von Schweden vor diesem, einem Teile der Hofgesellschaft und den angesehensten Gelehrten des Landes sechs Vorträge über Judentum und Christentum gehalten. Der Vortragende wurde durch den König, der mit großem Verständnis die Reden anhörte, am Schluß der Vorlesungen durch das Geschenk seines Porträts mit eigenhändiger Widmung und einer goldenen Medaille „in sni memoriam" geehrt. — In Stockholm findet vom 31. August dis zum 4. September ein Kongreß für Religionwissenschaften statt. Aus dem Programm heben wir die folgenden Vorträge hervor: Max Müller über das Studium der Religionswissenschaft, Professor Byldensperger-Gießen über das Urchristentum,

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