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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-04-01 · Heft 4 (1.4.1897) · p. Seite 74

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 4 (1.4.1897)
Date
1897-04-01
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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— 'n — . Ha, was man kaum mehr zu hoffen wagte, es ist erreicht worden, erreicht worden in einem Maße, das die Bewunderung Aller erregte, die das Glück hatten, die großen Zeiten zu erleben, in denen sich geschichtliche Ereignisse von so großer Bedeutung zutrugeu. Kaiser Wilhelm der Große, der in bangen, langen Zeiten für seinen erhabenen Beruf heranreifte, war von der Vorsehung als Rüstzellg ausersehen, der Begründer des einigen deutschen Reiches zu werden und ihm war es beschieden, unterstützt von einem Kreise weiser Räthe und tüchtiger Feldherrn, getragen von der Begeisterung aller deutschen Stämme, in seinem Greisenalter einen neuen Frühling der Verjüngung über unser geliebtes Vaterland zu breiten und ihm jene Machtstellung zu geben, die es heute im Kreise der Völker zu deren Segen einnimt. Das Andenken an einen solch' erwählten, gottbegnadeten Mann, auf den wir mit Stolz und Bewunderung Hinblicken, weckt uns zu edlem Denken und Handle» und mahnt uns, geschaart um die edle Heldengestalt, die selbst im Tode nicht erblaßt, die von unverwelklichem Ruhmesglanze umflossen ist, sein Werk fortzusetzen, ein jeder an seinem Platze und ein jeder in seinem Kreise. Kaiser Wilhelm bat die verborgene geheiine Kraft, die in seinem Volke ruhte und die vergebens nach sichtbarer Gestaltung gerungen, zusammen gefaßt, und sie zu ungehemmter Entwicklung gebracht. In einem Lebensalter zur Herrschaft berufen, in welche,» die Thatkraft zu erlöschen und die Macht des Willens gewöhnlich in Abnahme begriffen zu sein pflegt, da ging er erst an sein Lebenswerk. Ja, zu bewundern ist die Zielbewußtheit seines Strebens und Wirkens, wie die Vorsorge in der Wahl der angewandten Mittel, zu bewundern die unentwegte Festigkeit in der Ausführung seiner Pläne, wie die Besonnenheit und Mäßigung nach Erreichung des als unerreichbar angesehenen Ideals, zu bewundern ist seine Entschlossenheit einerseits gegenüber menschlicher Überhebung und seine Ergebung anderseits gegenüber den Fügungen einer höheren Macht, vor der er sich in Demut beugte. Er war eine tief veranlagte religiöse Natur und wie bezeichnend sind in dieser Beziehung die herrlichen Worte, die er bei Ausbruch des entscheidenden Krieges in einem Briefe an seine erlauchte Gemahlin schrieb (Mainz, 2. August 70): man müsse die Wendung der Angelegenheit als eine von der Vorsehung gewollte Schickung betrachten, wo wir Menschen nur die Werkzeuge sind, die Gott sich zur Erreichung seines Willens aussucht. Von solchen Gesichtspunkten erfüllt, stand er stets im Dienste seiner Pflicht und in erster und oberster Linie standen ihm, dem Befreier und Mehrer des Reiches, die Angelegenheiten des seiner Fürsorge und Obhut anvertrauten Vaterlandes, dessen Ehre ihm höher stand als sein Ruhm, als sein Erfolg. Und so gilt denn von dem erhabenen Kaiser das Wort der Schrift: „Bis in's Greisenalter war ich derselbe und bis in den spätesten Tagen stand ich mit meiner Person ein für das Wohl meines Volkes, tragend seine schweren Lasten,

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