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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-03-01 · Heft 3 (1.3.1897) · p. Seite 58

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 3 (1.3.1897)
Date
1897-03-01
Page
Seite 58 (sequence 10)
Language
German
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Umkreises und schaute, und siehe da, es stieg auf eine Rauchsäule der Erde, gleich der Rauchsäule eines Ofens." V. 29. „Als Elohim vernichtete die Städte des Umkreises, da erinnerte sich Elohim des Abraham und schickte fort den Lot aus der Mitte der Umkehrung der Städte, in welchen Lot gewohnt halte." Aus diesem Berichte ist zunächst eine Erzählung auszuscheiden, die nach der übereinstimmenden Ansicht der meisten Kommentatoren keinen historischen Untergrund besitzt, sondern ihre Entstehung gewissen eigentümlichen Verwitterungserscheinungen in den Salzablagerungen am südlichen Ufer des Toten Meeres verdankt. Es ist dies die Geschichte von der Umwandlung der Frau Lots in eine Salzsäule. Das Tote Meer stellt heute eine sehr konzentrierte Kochsalzlösung 'dar, deren Salzgehalt sechsmal so groß ist als jener des Ozeans, und der jedes organische Leben unmöglich macht. Terrassen, die das Tote Meer bis zu einer Höhe von 200 Metern umgürten, stellen die Niederschläge aus den Disfoziationsprödukteu des Sees zu einer Zeit dar, als der Spiegel desselben mehr als 200 Meter höher stand. Unter diesen Ablagerungen, die mau als Schichten von Lisan — nach der gleichnamigen Halbinsel am Ostufer des Toten Meeres — bezeichnet, ist der Dschebel Usdum durch das Auftreten eines 30 bis 40 Meter mächtigen Lagers von reinem Steinsalz bemerkenswert. Von dieser senkrecht zerklüfteten Salzmasse lösen sich gelegentlich prismenförmige Stücke ab, die dann durch die Verwitterung manchmal ein inehr oder weniger menschenähnliches Aussehen annehmen. Diese an menschliche Gestalten erinnernden Figuren ans Steinsalz scheinen die Erzählung, die uns in Vers 26 mitgeteilt wird, hervorgerufen zu haben. Die eigentliche Zerstörung der Städte wird in Vers 25 auseinandergesetzt. Der jahvehistische Berichterstatter bezeichnet die Art derselben durch das Wort „haphakh“, das im Hebräischen den Begriff „umwenden", „umkehren" fixiert. Auch im Vers 29, der, wie die Pluralform „Elohim“ für die Bezeichnung des Gottesnamens beweist, aus einem anderen Berichterstatter geschöpft ist, kehrt dieser Ausdruck wieder. Er weist auf ein Erdbeben hin, das die Städte durch „Umkehrung" vernichtete. Der entscheidende Beweis dafür, daß die sodomitische Katastrophe, als ein Erdbeben zu deuten sei, liegt aber in dem Umstande, daß die in den Offenbarungen der Propheten als Seitenstücke zu dem Untergange von Sodom und Gomorrha angedrohUn Naturereignisse sich stets auf Erdbeben beziehen. Besondere Beachtung verdient eine diesbezügliche Stelle in der Weissagung des Propheten Amos, der seine Vision ausdrücklich „zwei Jahre vor dem Erdbeben" datiert, demselben großen Erdbeben, von dem der Prophet Zacharia (14, 5) verkündet: „Und Ähr werdet fliehen, wie Ihr flöhet vor dem Angesichte des Erdbebens in den Tagen Osias, des Königs von Juda." Vielleicht lassen sich auch die Warnungen, die Lot auf die drohende Gefahr aufmerksam «nachten, auf seismische Zuckungen beziehen, wie sie großen Erdbeben voranzugehen pflegen. Etwas

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