Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1897)
- Date
- 1897-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Brecher's symphonische Dichtung war und blieb der Brennpunkt des Abends und stellte alles andere in ven Schatten. Der Referent nennt den jungen Brecher ein ausgesprochenes Genie von ganz hervorragender Begabung. Der junge Komponist entstainnit einer mährischen Familie. Sein Großvater väterlicherseits war Dr. Gideon Brecher in Proßnitz, mütterlicherseits der Chacham Bernays in Hamburg, sein Oheim der berühmte Professor Jakob Bernays. Als Neffe der bekannten Brünner Kunstfreundin Frau Lea Löw Beer, geborene Bernays, ist er auch daselbst kein Fremder. — Der von der königlichen Akademie der Künste in Derlin stiftungsgemäß auszuschreibende Wettbewerb um den Reisepreis der Ersten Michael Deer'schen Stiftung ist für das Jahr 1897 für jüdische Bildhauer eröffnet worden. Ausführliche Programme mit den Bedingungen der Zulassung zu den Bewerbungen können von dem Senat der Akademie, sowie von den Kunstakademien zu Dresden, Düsseldorf, Karlsruhe, Kassel, Königsberg i. Pr., München, Wien, den Kunstschulen zu Stuttgart und Weimar, sowie dem Städelschen Kunstinstitut zu Frankfurt a. M. bezogen werden. — Der bekannte Musikdirektor Louis Schlottmann in Serlin vollendete das siebzigste Lebensjahr. In Berlin geboren, ist er dort auch dauernd ansässig geblieben. In jüngeren Jahren ist Schlottmann vielfach als Pianist aufgetreten, und man schätzte an ihm ebenso die gewandte, zuverlässige Fertigkeit und den gebildeten Geschmack wie die musikalische Einsicht, die er beim Vortrag Beethoven'scher Werke besonders zur Geltung brachte. Als Komponist ist er im größeren Publikum durch seine frische, poesievolle Ouvertüre zu „Romeo und Julia", vornehmlich aber durch die einst vielgesungenen, im volkstümlichen Ton gehaltenen Lieder „Schön Rohtraut" und „Wach auf, du schöne Träumerin" bekannt geworden. Ein Cyklus von Gesängen mit Goetheschen Texten harrt noch der Beachtung, die ihm als einer bedeutsamen Schöpfung znkänie. In letzter Zeit hat sich Schlottmann von der Öffentlichkeit mehr zurückgezogen, doch schaffte er für sich ans innerem Drange wohlgemut weiter. Wir bitten um gefällige Einsendung des Abonnementsbetrages für den Jahrgang 1897. Sollte die Einzahlung nicht bald erfolgen, nehmen wir an, daß Nachnahme erwünscht ist. Genaue Adresse für Posteiuzahlungen und Werthsendung: Dr. Adcklf Brüll, Frankfurt a. M. Myliusstraße 50. Inhalt: Eine Stimme aus dem Leserkreise. Bon G. Levinstein. — Ein schwedischer Proselyt. — Strebertum. Aus einer Rede von Rabb. Dr. Vogelstein. — Das Ende des Prager Ghettos. — Ein Gedicht von Abraham Geiger. — Bor länger als einem halben Jahrhundert. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Knnst. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.