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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-02-01 · Heft 2 (1.2.1897) · p. Seite 47

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 2 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
Seite 47 (sequence 23)
Language
German
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41 Weltkultur. — In Uew-AorK fand ein Kongreß jüdischer Frauen statt, an welchem mehr als 120 Abgesandte aus allen Gegenden des Landes teilnahmen und über mehre das Judentum betreffende Angelegenheiten berieten. Der „Jewish Messenger" begrüßt denselben als das glücklichste Zeichen der Zeit und schreibt: „Die amerikanische Synagoge muß aufhören eine Art jüdischer Moschee zu sein; an unfern Küsten können Gebräuche des Orients nicht mehr mit dem Judentum vereint werden." — Die in Chicago verstorbene Frau Henriette Kofenfeld hinterließ in ihrem Testamente 42,000 Dollars für wohlthätige Zwecke, davon 15,000 Dollars dem jüdischen Hospital und beträchtliche Summen anderen jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten in Chicago. Das Waisenhaus in Cleveland erhielt 500, das Hebrev Union College in Cincinnati 1000 Dollars. — In Ueu Süd-Wales wurde Herr Emanuel Eohen zum Leiter der Justizverwaltung ernannt. — Als einen Beweis, wie weit die Bibelkritik sich auf der amerikanischen Kanzel vorwagen darf, fei folgende Stelle aus der Kol Nidre-Predigt des Rabbiners I. Leonard Levy von der „Keneseth Israel-Gemeinde" iitPhiladelphia hervorgehoben. „Er (der Versöhnungstag) ist der heiligste Tag des Jahres. Er ist das Gelübde der Treue an unsere Vergangenheit. Er ist der Ausdruck der Hoffnung auf eine noch größere Zukunft. Und doch, Moses kannte ihn nicht. David, Salomo und der erste Jesaiah - haben nie etwas von ihm gehört. Er wurde erst 1500 Jahre, nachdem Abraham Ur im Chaldäerlande verlassen hatte, eingeführt." — Als mehrfacher Millionär starb kürzlich in New-Aorb ein geborener Fordoner. Der Verstorbene, Friedmann Auerbach, wanderte vor ungefähr dreißig Jahren als völlig unbemittelter junger Mann aus. In seinem Testament gedachte er auch seiner Vaterstadt und bestimmte darin, daß jährlich um die Weihnachtszeit an die christlichen Armen 75 Dollar nnd an die jüdischen Armen 150 Dollars zur Verteilung gelangen sollen. Der für dieses Jahr bestimmte Betrag ist bereits beim Bürgermeister Baensch eingegangen und wurde von diesem verteilt. — Der persönliche Besitz des verstorbenen) Sir Albert Lassoon im Werte von 260,000 Pfund (etwa 31U Millionen Gulden) ist an seinen Sohn Sir Edward Ezra Abdullah David Sassoon übergegangen. — In Uppington, der neuen Kolonie in Britisch Betschuanaland, am Rande der Kalahariwüste, ist eine jüdische Gemeinde entstanden. Theater, Wufik und bildende Kunst. Im vierten Liszt-Vcreins-Konzerte in der Albert-Halle des Leipziger Krystall Palastes wurde jüngst eine Symphonie „Rosmersholm" des 18jährigen Herrn Gustav Krecher ausgeführt, welche die etwa zwei- bis dreitausend Zuhörer in, wie ein vorliegender Bericht sagt, unvergleichliche Begeisterung versetzte. Obwohl ein- Erstlingswerk, rühmt man der Komposition Reife des Empfindens und einen Reichtum von schaffender Kraft nach, wie nur besonders begnadete Naturen über sie. verfügen.

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