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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-12-01 · Heft 12 (1.12.1896) · p. Seite 284

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 12 (1.12.1896)
Date
1896-12-01
Page
Seite 284 (sequence 20)
Language
German
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284 in der Schweiz ernannt. — In Kopenhagen wurde jüngst dem Arzte Dr. Ludwig Israel Brandes, einem Onkel des berühmten Gelehrten Dr. Georg Brandes, seitens der Bürgerschaft ein Denkmal gesetzt. Das Monument 'steht gegenüber dem, von dem Verstorbenen gegründeten und geleiteten Krankenhause. Die Enthüllungsfeier hatte eine große und ausgezeichnete Gesellschaft herangezogen und eine außerordentlich zahlreiche Volksmenge angelockt. Die Weiherede hielt der dirigirende Arzt des Krankenhauses, Dr. Orum, worauf alle Anwesenden ihr Haupt entblößten und das Denkmal enthüllt wurde. Herr Shaw, Advokat des höchsten Gerichtshofes und Präses der Spitalverwaltung, trat in der goldgestickten Uniform seines hohen Amtes hervor, nahm im Namen des Instituts das Denkmal in Empfang und versprach, nicht nur dasselbe zu beschützen und zu bewahren, sondern auch den Geist zu pflegen, in welchem die Anstalt gegründet wurde und wovon die Büste des Dr. Brandes das Symbol bilde: den Geist der Herzensgüte und Nächstenliebe. — Herr Rabbiner Dr. Klein in Stockholm ist jüngst von dem König zur Audienz befohlen worden, während welcher ihm der ehrenvolle Auftrag wurde im Herbst dem Könige und einigen Auserwählten im Schlosse über einige Fragen streng wissenschaftlicher Natur Vorträge zu halten. Die Themata dürften die Ursprünge des Judentums und Christentums, jüdische Philosophie und Mystik und anderes behandeln. — Der Besitzer des Alpenhotels in Madonna die Campiglio, Herr F. I. Gsterreicher, ließ aus eigenen Mitteln eine neue katholische Kirche erbauen, deren Kosten sich auf 20 000 fl beliefen. — Auf dem letzten großen medizinischen Kongreß in Moskau waren anwesend 996 Delegierte, darunter 196 Juden, und von 171 Vorträgen, wurden 32 von Juden gehalten. In Rußland sind augenblicklich trotz aller Beschränkungen des Studiums für Juden immerhin noch 1622 jüdische neben 10863 christlichen Ärzten. — Die Chachamim in der Krim und in Odessa wandten sich an den Minister des Innern mit der Bitte um einen offiziellen Namen der Karäer, durch welchen sie von den rabbanitischen Juden deutlich unterschieden wären. Der Minister entschied, daß sie fürderhin offiziell nicht mehr karäische Juden, sondern Karäer schlechthin genannt werden sollen. — In Kiew ist der allgemein geachtete Stabsarzt Herr Dr. N- Kulischer, einer der eifrigsten Förderer der Gesellschaft zur Verbreitung der Bildung unter den Juden in Rußland im 68. Lebensjahre gestorben. — Großes Aufsehen erregte ein von dem amtlichen Organ des Kriegsministeriums, dem „Rußkij Invalid", veröffentlichter kaiserlicher Tagesbefehl, kraft dessen der Kommandant des 35. Bjelgoroder „Dragoner-Regiments Kaiser Franz Joseph", Oberst Papaafanassopulo, seines Ranges enthoben und in die Reserve versetzt, der Lieutenant des Regiments vom Heeresdienste ausgeschlossen, und 11 weitere Offiziere desselben Regiments,^Rittmeister von Bradke, die Lieutenants Grigorowitsch-Barsky und Petrowitsch, und die Kvrnets Kisseleff, Makedonsky, Kolodieff, Korbut, Zemitschkowsky, Dunajewsky, Pustschin und Bogdanowitsch zu gemeinen Soldaten de-

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