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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-12-01 · Heft 12 (1.12.1896) · p. Seite 281

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 12 (1.12.1896)
Date
1896-12-01
Page
Seite 281 (sequence 17)
Language
German
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281 des Repräsentanten-Collegiums und Stadtverordneten-Vorsteher daselbst. Er war auch Präsident des Oberschlesischen Synagogen-Gemeinde-Verbandes. Herr Rabbiner Dr. Münz widmete ihm innige Worte des Abschiedes. — In Kosen starb Herr Levy Sachs, geb. am 22. März 1797, am selben Tage wie der hochselige Kaiser Wilhelm I., daselbst starb auch unser gesch. Mitarbeiter Herr Martin Kornfeld, ein Enkel des sel. Oberrabbiners Akiba Eger. — Der Physiologe Professor Moritz S. Schiff ist in Genf gestorben. Schiff war literarisch sehr produktiv, seine zahlreichen Werke und Aufsätze veröffentlichte er in lateinischer, deutscher, französischer oder italienischer Sprache. Freunde des intimeren Frankfurter Lokalhumors wissen, daß Schiff der Held von Friedrich Stoltze's lustigem Poem „David mit der Kapp" ist. — In Ueheim wurde Herr Noa Wolff, anläßlich seines 88. Geburtstages zuin Ehrenbürger der Stadt ernannt. Wolff war der Begründer der Lampen-Jndustrie, die Neheim groß und zum einzigen Industrie- Platz des Sauerlandes gemacht hat. — Das jüngst publizirte Testament des verstorbenen Kaufmanns I. W. Salomon in Hamburg enthält außer einer Verfügung zu Gunsten der Wittwe, Legate an sechzig Personen im Betrag von 2,000,000 Mark. Ferner sind 200,000 Mark hiesigen und auswärtigen wohlthätigen Vereinen und 1,000,000 Mark für eine Stiftnng vermacht, wovon die Zinsen von 800,000 Mark zur Unterstützung milder Stiftungen und notleidender Personen aller Confessivnen und die Zinsen von 200,000 Mark zur Ausbildung begabter Knaben und Jünglinge in Wissenschaft, Kunst und Gewerbe bestimmt sind. — Herr Moritz Kohr, dessen Wohlthätigkeit allgemein bekannt ist, hat eine neue Stiftung zum. ehrenden Gedächtnis seiner Eltern begründet, und zwar eine Altersversorgungsanstalt für Israeliten beider Geschlechter. Derselbe hat zu diesem Zwecke bereits mehrere Morgen Land zwischen Lang-Guhle und Bojanowo angekauft und 300,000 Mk. als Stiftungsfonds bestimmt. Der Statuten-Entwurf befindet sich in Vorbereitung. — Der in Wiesbaden verstorbene Rentier Felix Slnmenthal hat der jüdischen Gemeinde Berlin sein ganzes Vermögen vermacht. — In Prenzlan wurde auf dem jüdischen Friedhofe eine Anzahl Grabsteine gewaltsam umgerissen. — In Kremsier lebten die Juden jüngst in beständiger Aufregung. Herr Josef Fischer wurde eines Ritualmordes beschuldigt. Glücklicherweise wurde die diebische Magd Franziska Alaschk wieder aufgefunden. Eine strenge gerichtliche Untersuchung ist im Gange. Die Gesetzgebung müßte eine besonders exemplarische Strafe über die Urheber und Verbreiter solcher Lügen verhängen. — Der französische Politiker und Publicist Glemenceau hat sich nach Galizien begeben, um dort an Ort und Stelle das geistige und kulturelle Leben der polnischen Juden, für die er sich von jeher interessirt, zu studiren und darüber eine Publikation herauszugeben. — Am 13. Oktober starb in Prag im 56. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager Herr Oberrabbiner-Stellvertreter Dr. Moritz Tauber. — Das neu erbaute Armenhaus in Lemberg wurde in feierlicher Weise eingeweiht. — Herr Dr.

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