Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1896)
- Date
- 1896-11-01
- Page
- Seite 259 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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259 rat Dr. F. Hecht in Mannheim ist vom Kaiser der Kronenorden dritter Klasse verliehen worden. — Herr David Simon in Mannheim ist zum Konsul der Vereinigten Staaten von Venezuela ernannt worden. Er ist in dieser Eigenschaft Nachfolger des bekannten Antisemitenführers Wilhelm Köster. — Herrn Beerwein-Fabrikanten I. Fromm in Frankfurt a. M. wurde von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzregenten von Bayern der Michael-Orden verliehen. — In Bad Soden wurden die hochbetagten Eheleute Privatlehrer Steinert und Frau in ihrer in der Dachbergstraße gelegenen Wohnung erstickt aufgefnnden. — In Einbeck ist die neue Synagoge ihrer Bestimmung übergeben worden. Die Weiherede hielt Herr Landrabbiner Dr. Lewinski-Hildesheim.—Seitens des Justizministeriums ist Herr Justizrat Dr. Iosephthal in Nürnberg zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats des Zellengefängnisses ernannt worden. — Die am 7. Januar in Leipzig verstorbene, früher in Gleiwitz wohnhafte Frau Lina Lustig, geb. Schlesinger hat der Synagogengemeinde ihrer Vaterstadt ein Kapital von 100000 Mark mit der Bestimmung vermacht, daß aus den Zinsen bedürftige, der jüdischen Religion angehörige Personen unterstützt werden und alljährlich eine Braut jüdischer Confession die Ausstattung erhalten solle. Letztere muß aus Gleiwitz gebürtig sein oder mindestens bis zu ihrer Verheiratung mehrere Jahre daselbst gewohnt haben. Die Stiftung trägt den Namen: „Wilhelm und Lina Lustig'sche Stiftung." — In Wolfenbüttet fand jüngst die feierliche Einweihung des Neubaues der Samsonschule statt. Reden hielten bei diesem Anlasse die Herren Landrabbiner Dr. Nülf, Justizrath Dr. Magnus, Direktor Dr. Tachau, Prof. Dauber und Direktor Dr. Philippson. — Einen erfreulichen Beweis, daß es noch edle Männer giebt, die nicht engherzig ihre Wohlthätigkeit auf die eigenen Glaubensgenossen beschränken, liefert das Testament des kürzlich in Hamburg verstorbenen Großkaufmannes Donors, der seine Hinterlassenschaft, etwa 500000 Mark, in der Hauptsache seiner Vaterstadt Emden mit dr Bestimmung vermacht hat, daß dafür eine „Alters-Verpflegungsanstalt für bürgerliche Kreise" hergerichtet wird. Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession oder politischen Partei soll auf die Aufnahme keinen Einfluß haben, nur ausgesprochene Atheisten und Anarchisten sind von den Wohlthaten des Testaments ausgeschlossen. — Herr Bankier Leo Hanau in Mühlheim (Ruhr), hatte anläßlich einer an einem seiner Kinder vorgenommenen glücklichen Operation die Summe von 20000 Mk. gestiftet, deren Zinsen alljährlich dazu verwendet werden sollen, armen leidenden Kindern den Aufenthalt in einer Sommerfrische zu erniöglichen. — In München, wohin er sich zu kurzem Aufenthalte begeben hatte, starb der in Kuttenptan in Böhmen ansäßige Ernst Graf Krrchem- Haimhansrn. Derselbe war ein großer Philantrop. In schöner Weise kam diese Gesinnung in seinem Testamente zum Ausdrucke, in welchem er unter anderen reichdotirten Wohlthätigkeitsakten auch eine mit zehntausend Gulden dotirte Rabbinatsstiftnug creirte. — Der Kammergerichtsassessor a. D. F. A. Oppenheim