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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-10-01 · Heft 10 (1.10.1896) · p. Seite 240

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 10 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
Seite 240 (sequence 24)
Language
German
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240 anzurühren, sich selber ausschließe". Herr Levinstein erwidert darauf: Nun, ich bin überzeugt, daß wie ich sehr viele meiner Glaubensgenossen es sich zum Vergnügen anrechnen werden, irgendwo mit dem Professor zu Tische zu sitzen und zu speisen und ich glaube kaum, daß wenn er Sonnabend sein Kolleg liest, irgend einer seiner jüdischen Zuhörer Bedenken trägt, die Feder anzurühren, um die Worte der Weisheit aufzuzeichnen. Herr Levinstein schließt seinen gedankenvollen Vortrag mit dem Hinweis auf den günstigen Einfluß, den Juden und Judentum auf die Umgebung stets ausgeübt und weist auf Berlin, die Metropole der Kultur hin, in der Juden in Wissenschaft, Kunst und Wohlthun Mustergiltiges leisten und dann, daß die hohe Mission der Juden erst dann erfüllt sein wird, bis die Grundsätze der Liebe und Gerechtigkeit an Stelle jener unleidlichen Verhältnisse, jener widernatürlichen Zustände treten werden, die noch heute aus der Erde einen Kampfplatz aller menschlichen und unmenschlichen Leidenschaften machen. — Im Verlage von Arends n. Moßner in Berlin ist erschienen: Das Judentum und seine Bedeutung von Max Bermann. Der Verfasser hat in der jüdischen Humanitäts-Gesellschaft diesen Vortrag gehalten, der mehr von Wärme des Empfindens als von Klarheit der Erkenntnis Zeugnis ablegt. Verfehlt wäre es, Lev. 21, 24 „tachath“ mit „Ersatz" zu übersetzen. Seite 17 soll es wohl heißen: „heute ist die Zizith Farbe" weiß, denn weiße Tephillin giebt es nicht. Ans Seite 26 schreibt der Verfasser: „Der Talmud ist so notwendige Ergänzung des Prophetismus, der Prophetismus gleicht mehr der Verheißung, der Talmud mehr der Erfüllung." Wir haben zu diesem Satz, der alles auf den Kopf stellt, nichts hinzuzufügen. Ein geistreicher Schriftsteller hat einmal den Talmud den verrückten Bruder der Bibel genannt, insofern mag Herr Bermann Recht haben, aber die Erfüllung des Prophetismus liegt überall eher als im Talmud. Inhalt: Zum Thora-Freudenfeste. — Das Judentum und das ethische Knltnrwesen. Aus einem Vortrag, gehalten von Rev. Dr. Henry Berkowitz in Philadelphia. — Das Programm Jung-Jsraels. Bon Rabbiner vr. Simon Stern. — Aus dem westfälischen Gemeindeverbande. — Ein jüdischer Historiker in Ungarn im 16. Jahrhundert. — Heiteres aus orthodoxen Kreisen. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. Adolf Brüll; in Kommission für die Buchhandel bei Franz Benjamin Aufsarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. SB. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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