Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1896)
- Date
- 1896-10-01
- Page
- Seite 227 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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227 wir Gelegenheit, in den Brief eines bekannten Rabbiners einer großen außerwestfälischen Gemeinde Einsicht zu nehmen, welcher sich in geradezu begeisterten Worten über die vorzügliche Bearbeitung dieses zweiten Teiles des Gebetbuches ausspricht. Der betreffende Rabbiner stellte die Einführung des ganzen Vogelstein'schen Werkes in seiner Gemeinde, mit deren leitenden Persönlichkeiten er dieserhalb schon Fühlung genommen hatte, in sichere Aussicht. Auch die Verbreitling des Schulgebetbuches läßt sich sehr gut an. Dasselbe findet überall freundliche Aufnahme und ist, obwohl es mitten im Semester erschien — ein Umstand, der wohl beachtet werden muß — schon in mehr als 1000 Exemplaren abgesetzt. So dürfen wiralso auch nach dieser Richtung hin ans die Entwickelung der Thätigkeit des westfälischen Verbandes mit Genugthuung blicken. Mit besonderer Freude können wir noch konstatieren, daß der herrliche Verlauf des diesjährigen Verbandstages in Hagen nicht wenig dazu beigetragen hat, das Interesse für den Verband auch in denjenigen Kreisen zu fördern, welche der ganzen Bewegung bis jetzt mehr oder minder gleichgültig gegenüberstandeu. Noch heute kommen uns Urteile von Beteiligten über den Verlauf des sechsten Verbandstages zu Ohren, die alle in seltener Einmütigkeit ihre hohe Befriedigung über den würdigen und musterhaften Gang der Verhandlungen bekunden. Wir glauben diesen Ausdruck des warmen Interesses für die westfälische Bewegung als ein günstiges Zeichen für die weitere Entwickelung derselben auffasseu zu dürfen. Hin jüdischer Historiker in Ungarn im 16. Jahrhundert. Abraham Aackschay ein gelehrter ungarischer Jude im 16. Jahrhundert zu Ofen geboren, wo er die lateinische, griechische und türkische Sprache studierte. Er war sehr erfahren in der alten und neuen Geschichte der Welt- Beweise davon gab er in seiner Chronologie aller ungarischen Könige, die er 1567 mit Anmerkungen herausgab. Er bekam einen sehr vorteilhaften Ruf nach Warschau. Da man ihn aber die gegebenen Versprechungen nicht hielt, wollte er nach Wien gehen, um dort die jüdische Geschichte bis zu seiner Zeit herauszugeben. Er wurde aber auf seiner Reise dahin von Räubern angefallen und ermordet. Von seinen Schriften, die man hier und dä auf den Straßen zerstreut fand, sind noch einige zu Warschau lange Zeit zum Andenken aufbewahrt worden. (Jung, „Alph. Liste" S. 58).