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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-09-01 · Heft 9 (1.9.1896) · p. Seite 216

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 9 (1.9.1896)
Date
1896-09-01
Page
Seite 216 (sequence 24)
Language
German
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216 das Gute thut; als Grundsatz seiner Ethik ist der Satz anzunehmen „Mache deinen und deiner Nebenmenscheu inneren und äußeren Zustand in gehöriger Proportion, so vollkominen als du kannst." Er ist hierdurch ein Vorläufer Kants geworden, dessen kategorischer Imperativ nur. eine wenn man will allgemeine Fassung dieses Prinzips ist. M. hat die Aufgabe der Philosophie nach der Meinung des Verfassers richtig erkannt. Sie besteht im Streben nach dem höchsten Gut. Diese Ansicht hat man scheinbar in der neueren Zeit fallen lassen und die Philosophie für diejenige Wissenschaft erklärt, die die Einzelergebnisse der anderen Disziplinen zu einer Gesammtweltanschauung vereinigen soll. Aber dieses Bestreben entspringt doch einem Bedürfnisse des Menschen und gehört daher zu seiner Befriedigung. Das Ziel der Philosophie ist daher in Wahrheit auch hier die Glückseligkeit. Nun ist aber die Bethätignng jeder Wissenschaft mit innerer Befriedigung verbunden. Es entsteht daher die Frage in welcher besonderen Weise die Philosophie diese Aufgabe erfüllt. In der Beantwortung dieser Frage gipfelt der zweite Teil der Abhandlung. Die Auffindung eines unbedingt wertvollen Gutes soll das Ziel der Philosophie sein „da aber in den bestehenden philosophischen Disziplinen kein Raum für die Erörterung von Problemen ist, die als die wichtigsten erscheinen, so ergiebt sich die Notwendigkeit den philosophischen Disziplinen noch eine neue hinzuzufügen, die wir als Wertenlehre oder Axiologie zu bezeichnen hätten. Diese Wissenschaft hätte den Wert der Ergebnisse der Einzelforschung in Bezug auf das Endziel festzustellen. Sie hätte einen Maßstab anzugeben, je nach dem System, itt welches sie ausgenommen ist, wonach der Wert gemessen würde." Die Grundlinien dieser Axiologie werden nur angedeutet nicht wissenschaftlich festgelegt. Es dürfte schwer halten ein sicheres Wertmaß zu finden, denn jede Thatsache hat für die verschiedenen Fragen eine andere Bedeutung. Die kleine Abhandlung ist klar und verständlich für Jedermann geschrieben und wohl geeignet zum Nachdenken anzuregen und das oberflächliche Urteil über einen der größten jüdischen Denker zu berichtigen. M. L. Inhalt: Das Judentum und das ethische Kulturwesen. Aus einem Bortrag, gehalten von Rev. Dr. Henry Berkowitz in Philadelphia. — Jeremias Rothfels. — Neujahrs- Gebet. Bon Dr. S. Hecht. — Ein persischer Weiser über Reform im Judentum und Jslani. — Über Wunderrabbis, von Pastor I. Sitzmann in Berlin. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Di°. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brvnner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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