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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-09-01 · Heft 9 (1.9.1896) · p. Seite 215

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 9 (1.9.1896)
Date
1896-09-01
Page
Seite 215 (sequence 23)
Language
German
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215 denkmal für die verstorbene Gemahlin Baron Albert Rothschilds bestimmt ist. Das Kunstwerk wird in Marmor ausgeführt, im Elisabethspital, und zwar in dem für die weiblichen Kranken eingerichteten Pavillon ausgestellt. — Der Kaiser von Österreich erschien jüngst in dem Palaste der Akademie der Wissenschaften, wo für den Maler Leopold Horowih ein mit dem größten Comfort ausgestattetes Atelier eingerichtet worden ist. Der Kaiser saß dem Meister zu einem Porträt zwei volle Stunden und unterhielt sich während dieser Zeit mit dem Künstler in sehr angelegentlicher Weise. Der Kaiser wird während seines Aufenthaltes in Budapest Herrn Horowitz noch einige Sitzungen gewähren. — Herr Fritz Waßbach erhielt vom König von Dänemark die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft. Weferate und Witteitungen. Moses Mendelssohn und die Aufgabe der Philosophie von Heinrich Kornfeld. Die kleine Schrift versucht die Bedeutung der mendelssohnschen Philosophie klar zu stellen. M. ist einer der Philosophen der Aufklärung, seine Philosophie ist daher ein „Jndividualisinus, welcher die Dinge nur in Bezug auf den philosophischen Geist betrachtet, nicht ihre reale Existenz voraussetzt." Derartige Denker können sich nicht in andere Zeiten hineinversetzen. Es fehlt daher bei ihren Untersuchungen jeder historische Sinn. Da das Individuum der letzte Zweck der Philosophie ist, so muß das Wohl des Menschen das schließliche Resultat sein. M. war in allen Dingen ein Mensch, der sich seiner Individualität bewußt war. „Mit dem liebevollsten Eifer sucht er dem philosophischen Gedanken, der in seinem Herzen einen Nachhall fand, einen treffenden und klaren Ausdruck zu verleihen; was er nicht begreifen kann, giebt ihm auch keinen Anlaß zu langwierigen Erörterungen, wie gewissen anderen Philosophen, sondern wird bei Seite gelassen, das Verständliche aber mit großer Deutlichkeit und bewundernswerter Formvollendung dargestellt". Er will kein Lehrgebäude aufrichteu, aber das was er als wahr erkannt hat in allgemeinverständliche Sätze kleiden. Daß er das meisterhaft verstanden hat ist mit Recht anerkannt worden- Von Philosophen sind ihm nur Leibnitz, Wolf und einige englische Sensualisten bekannt. Seine Philosophie sucht zwischen dem Rationalismus Leibnitzens und dem Sensualismus zu verniitteln. Die Sinne sprechen wahr, aber wir beuten den gegebenen Eindruck oft falsch und das ist die Quelle der Täuschung. Dieser können wir nur entrinnen durch die sorgfältigste Untersuchung. Wir sollen dann die äußeren Dinge gewissenhaft beobachten und durch Reflexion die Beobachtung mit den inneren Zuständen in Einklang bringen. Die Glückseligkeit ist stets das Ziel und diese kann nur der erreichen, der überall und unter allen Umständen

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