Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1896)
- Date
- 1896-08-01
- Page
- Seite 183 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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183 gesamten Gemeinde die schöne Entwicklung möglich gemacht habe und er hoffe, daß auch ferner die Thätigkeit des Gemeindeverbaiides eine segensreiche sein werde. — Auf dem israelitischen Friedhofe in Wrcschcn sind 12 Leichensteine umgeworfen und ein Denkmal zertrümmert worden. — In Derlin starb am 5. Juni der bekannte humoristische Schriftsteller Herr Warimilinn Kraemer im Alter von 33 Jahren. — Nach der „Oesterreichischen Wochenschrift" soll ein Onkel des Fürsten Lichtenstein ein Jude Namens Dreifach gewesen sein. Auch Drumont stammt von Juden ab. In Frankfurt a. M. wohnte in der dortigen Judengasse in einem Hause genannt zum „Drei-Mond" ein Brillenhändler Namens Dreimnnd, der später nach Frankreich verzogen ist und dort seinen Namen in Drimont umänderte, woraus dann Drümont wurde. — Die kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien hat in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse den ordentlichen Professor der Zoologie an der deutschen Universität in Prag, Herrn Dr. Srrthold Hatfchek, zum korrespoildirenden Mitgliede gewählt. — Herr Professor Dr. Alois Zucker in Prag ist zum Hofrat ernannt ivorden. — Herr Dr. M. Ehrenpreis, von der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Derlin, ist zum Rabbiner in DiaKovar gewählt worden. — Man berichtet ans Wien: Die vierzehn Studenten-Verbindungen, welche den Beschluß faßten, den jüdischen Commilitonen als „ehrlos und feig" die Satisfaction zu veriveigern, sind vermittelst Statthalterei-Erlasses aufgelöst worden. — In der am 26. Mai in Zriinn abgehaltenen Hauptversammlung des Deutschen Schulvereins rief der Antrag der antisemitischen Vertreter eine erregte Debatte hervor, den Ortsgruppen das Recht einzuränmen, selbständig über die Aufnahme von Mitgliedern zu entscheiden, wodurch Juden von der Mitgliedschaft ausgeschlossen werden können. Die- Vereinsleitung beantragte Ablehnung des Antrages, da sonst sofort ei» großer Teil der Mitglieder austreten würde. Der frühere dentschnationale Abgeordnete Dr. Kaniak sagte, der Antrag werde so lange wiederholt werden, bis er angenommen würde. Dr. Steinwender drohte im Falle der Ablehnung mit der Auflösung einer Anzahl Ortsgruppen. Prof. Schwarz führte aus, der Antrag bedeute Beunruhigung der Thätigkeit des Schulvereins für alle Zeiten. „Werfen Sie einfach die Inden hinaus, und mir werden gehen. Bevor >vir aber gehen, zeigen Sie durch Arbeit und Opfer, daß Sie uns ersetzen können." Bei der Abstimmung wurde der Antrag mit 675 gegen 305 Stimmen abgelehnt. — Beim Landgerichte in Sriinn als der Real-Instanz des Schlosses Eichhorn, des Wohnsitzes des verstorbenen Baron Hirsch, iinubeit am 2. Mai die letztwilligen Verfügungen des Baron Hirsch überreicht, welche in Paris anfbewahrt waren. Dieselben bestehen in einem Testainente ddv. 14. November 1894, und in einem Evdicill, ddv. 12. Februar 1895., und sind von Baron Hirsch eigenhändig geschrieben und unterschrieben. Durch das Evdicill >v!rd auch eine Million Francs, ivelche für Wvhlthätigkeitsanstalten in Wien bestimmt war, ans Humanitütsinstitnte in Mähren übertragen. Die eine Hälfte dieser Summe hat ausschließlich israeliti-