Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1896)
- Date
- 1896-08-01
- Page
- Seite 182 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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182 Wo ist der Anker, der es hält und stützt, Droht es auf fels'ger Klippe zu zerschellen! Weh, über Euch, wenn mit gewalt'ger Macht, Des Schicksals Prüfung Euch entgegenschreitet, Und wenn des bangen Zweifels düstre Nacht Die Schwingen über Eure Seele breitet. Und doch, und doch es reut Euch einst der Fehl; Dann flüstert Eure Lippe im Vereine Mit Euren Brüdern: „Höre Israel Gott, unser Herr ist einzig, ist der Eine!" Wonatsschau. In Marburg fand am 28. Mai die Grundsteinlegung der neuen Synagoge statt. — Im Namen der Gemeinden Anhalts überbrachte Herr Landrabbiner Dr. Frendenthal Sr. Hoheit dem Herzog Friedrich aus Anlaß seines 25jährigen Regierungsjubiläums deren Glückwünsche. — In Danzig ist Herr Rabbiner Dr. Klumrnthal aus Frankfurt a. O. zum Rabbiner gewählt worden, und in Zabern wurde Herr Dr. Staripolsky zum Rabbiner ernannt. — In Pankow wurde das neue Lehrlingsheim, das dem Verein zur Beförderung des Handwerks unter den Juden im preußischen Staate, seine Entstehung verdankt, eingeweiht. — Am 25. und 26. Mai tagte in Nürnberg die vierte Conferenz der bayerischen Rabbiner. — In der Synagoge zu Diepholz hat sich am 10. Mai der Lehrer Höxter erschossen. — Die Berliner Akademie der Wissenschaften hat dem Heidelberger Professor Herrn Dr. S. Lesmann den Ehrenpreis der Boppstiftung zuerkannt. — Der bisherige außerordentliche Professor Herr Dr. Gradenwitz in Königsberg ist zum ordentlichen Professor an der juristischen Fakultät ernannt worden. — Man berichtet uns: Am 30. Mai feierte Herr M. Kahenstein aus Sielefeld in Frankfurt a. M. seine silberne Hochzeit. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde und des Verbandes der westfälischen Gemeinden hatte eine aus drei Mitgliedern ^bestehende Deputation gesandt und ehrte seinen langjährigen Vorsitzenden durch Überreichung einer künstlerisch ausgestatteten Adresse. In ihrer Ansprache hoben die Herren Louis Merfeld und Karl Frankenstein aus Bielefeld die vielen Verdienste des Jubilars um die Entwicklung der Bielefelder Gemeinde hervor und fügten den Wunsch bei, daß Herr K. noch lange imstande sein möge sein Amt zu verwalten. Herr Steinberg aus Münster dankte im Namen des Gemeindeverbandes für die unermüdliche Thätigkeit im Sinne der freiheitliche» Entwicklung des Judentums. Tiefgerührt erwiderte der Jubilar. Er hob hervor, daß das einmütige Bestreben der