Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1896)
- Date
- 1896-06-01
- Page
- Seite 140 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Majestät der Kaiser Franz Josef I. anläßlich seiner Allerhöchsten Anwesenheit in Graz demselben 200 Gulden gespendet hat. Die Einnahmen und Ausgaben deckten sich mit 1400 Gulden 34 Kreuzer. — Die Blätter lenken die Aufmerksamkeit ihrer jüdischen Leser auf zwei Vorgänge, die vor hundert Jahren stattgefunden. Das eine ist die Emanzipation in den Niederlanden — 16. Mai 1796 — und das andere ist der 100. Geburtstag von Cremieux — 30. April 1796 — jenes großen französischen Politikers, der, wo immer Juden um ihrer Religion willen verfolgt wurden, für seine Brüder mit ganzer Kraft und Seele meistens mit Erfolg eintrat. — Bei dem Reiterkongreß in Paris hat der Lieutenant Roger Lbvelier den ersten Preis erhalten. — Ein christlicher Kaufmann in Holland hat dem Herrn Oberrabbiner Dr. Dünner in Amsterdam 10000 Gulden für verschiedene jüdische Wohlthätigkeitsanstalten mit der Begründung testamentarisch vermacht, daß er bei allen seinen geschäftlichen Verbindungen mit Juden diese immmer und überall als zuverlässig und anständig kennen gelernt habe. — Der ausgezeichnete italienische Staatsmann. Staatsrat Signor Giacomo Malvano, ist zum Bureauchef iin Ministerium des Äußern ernannt worden. — Herr Angelo Fornari wurde zum Oberrabbiner in Rom gewählt. — Herr A. Goldstein in Fiume wurde von der Gemeinde Reggio in Mittelitalien zu ihrem Oberrabiner gewählt. — Der deutsche Kaiser ließ sich beim Empfang der Parlamentsmitglieder in Venedig das älteste Mitglied der italienischen Kammer, den Professor der National-Ökonomie, Lnigi Lnzzatti, vorstellen und vertiefte sich mit ihm in ein Gespräch, welches mehr als eine halbe Stunde währte. Das Gespräch streifte viele Fragen des europäischen Staatslebens. — Wie aus Athen gemeldet wird, gewann Herr Paul Neumann aus Wien, Mitglied des ersten Wiener Amateur-Schwimmklubs, die Weltmeisterschaft im Schwimmen, indem er die Strecke von 500 Metern in 8 Minuten 12 Sekunden durchschwamm. Der olympische Sieger ist ein Sohn des Wiener Professors der Dermatologie, Hofrates Dr. Isidor Neumann. Auch Herr Albert Gntmann aus Budapest hat die beiden ersten Preise im Wettschwinimen gewonnen. Dieser olympische Schwimmer war vor vier Jahren — noch Bachur in Preßbnrg! — Der Leibarzt des ermordeten Schah von Persien, Nassr-Edin, war Jahre lang, der vor Kurzem verstorbene Herr Dr. I. E. Pollak. — Mehrere Bauerngemeinden aus dem Gouvernement Kischenew unterbreiteten dem ehemaligen Minister Durnowo eine Petition die Beachtung verdient. „Wir treue Unterthanen unseres vielgeliebten Zar-Väterchens müssen um Niickberufung der ausgewiesenen Juden bitten, weil mit deren Ausweisung auch unser Wohlstand dahingeschwunden ist. Wir haben gehört, daß die Ausweisung der Juden aus unseren Dörfern deshalb erfolgt ist, weil die Regierung uns von Blutsaugern befreien wollte. Aber die Inden sind es gar nicht, vor welchen wir geschützt werden müssen. Im Gegenteil die Blutsauger sind bei uns geblieben, während man uns die Juden, von