Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1896)
- Date
- 1896-05-01
- Page
- Seite 115 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2969669-2969823-2969829--4774-2974049- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
115 tendant Prasch vom Berliner Theater richtete an den jugendlichen Dichter das Ersuchen, ihm sein nächstes Stück für diese Bühne zu überlassen, und Herr von Gutmann hat ihm bereits die ebenfalls historische fünfaktige Tragödie „König Enzio" übergeben, welche noch in dieser Saison zur Aufführung kommen soll. — Seinen 70. Geburtstag feierte jüngst in Berlin der Musiklehrer und Komponist A. W. Blumenfeldt. Am 29. Februar 1826 geboren, kam er am 2. Juni 1845 von Lissa nach Berlin. Als Lehrer war er in den angesehensten Kreisen thätig. Er schrieb Klavier- und Liederkompositionen, sowie eine Oper „Künstlerleben". Nach dem österreichischen Kriege schrieb er ferner den Berliner Einzugsmarsch und 1871 nach dem französischen Kriege den deutschen Triumphmarsch. Im Jahre 1888 schrieb er zum Heimgang Kaiser Wilhelms I; den Tranermarsch All-Deutschlands Klage. — Englische Blätter sind des Lobes voll über eine im Novelty- Theater in Great Queen-Street aufgeführte jüdisch-deutsche Oper „Judas Makkabäus" und empfehlen allen Jenen, die sich überhaupt für die Bühne interessiren, jene merkwürdige Art von biblischem Drama, das an die Mysterienspiele des Mittelalters erinnere, anzuhören. Es kamen auch „Rabbi Joselmann", „die Judenverfolgung in Portugal", „König Salomo", und „Sulamith" zur Aufführung. Nicht um Alles, schreibt der „Daily Chronicle", möchten wir auch nur eine einzige Änderung in den Costümen wünschen, so wenig sie auch den Ansprüchen geschichtlicher Treue entsprechen, noch wäre es angezeigt, das naive aber ernste Spiel durch moderne Ideen zu beeinflussen. Das Ganze ist ein Überbleibsel einer Kultur, die im Aussterben begriffen ist, und ist nicht alle Tage zu sehen. — Aus Berlin wird berichtet: Herr Adolph Somieuthal hat mit Lessing's „Nathan", den er im Neuen Theater seinem Gastspiel-Repertoire einreihte, seinen Künstlerruhm und die Zahl seiner Berliner Verehrer wesentlich erhöht. Der Adel und die Innigkeit seines Spieles hielten das Publikum bis zum Ende gefangen. Nicht nur auf den Höhepunkten, wie bei der ersten Begegnung Nathan's mit dem Tempelherrn, welche Sonnenthal besonders ergreifend gestaltete, und beim Ringgleichnisse, sondern bei jeder nur irgend passenden Gelegenheit wurde der Künstler durch Hochrufe und Kranzspenden geehrt. Im Laufe des Abends wurde Sonnenthal an fünfundzwanzigmal gerufen. — Bei der Kunstausstellung in Rio de Janeiro erhielt die Malerin Worms aus Paris, geborene Abraham, die große goldene Medaille für ihre Leistungen. Zugleich hat die brasilianische Regierung zwei Gemälde der Künstlerin für das Staats-Museumangekauft. — Die Akademie der Künste hat den Fould-Preis von 1200 Francs an den Maler Salomon Taieb aus Algier verliehen. — Der Verstorbene Schauspieler David James in London hat dortigen Spitälern und christlichen wie jüdischen Wohlthätigkeitsanstalten Vermächtnisse in der Gesammthöhe von 48250 Pfund Sterling hinterlassen. — Herr Albert Fua, ein junger französischer Dichter, hat mit einem Drama: La