Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1896)
- Date
- 1896-04-01
- Page
- Seite 79 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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79 wurden ist von der jetzigen Weise grundverschieden, doch die Erscheinungsweise der Sulamith entsprach nicht nur den damaligen Zeitverhältnissen und dem Grade des vorhandenen Lesebedürfnisses, sondern war auch durch die früheren Verhältnisse der Druckerei, der Postverbindung, der Papierlieferung rc. begründet. Auch war sie durch die Spärlichkeit litterarischer Beschäftigung unter den jüdischen Gelehrten bedingt, denn es waren doch nur Einzelne unter ihnen, die einen brauchbaren deutschen Aufsatz schreiben konnten. Man kann daher sagen, die Hefte wirkten gleichsam Jahrzehnte hindurch als zwanglos ausgegebene, aber doch einheitliche Flugblätter und es ist dem Schreiber dieses von alten Mitgliedern seiner Gemeinde berichtet worden, daß sie stets weithin mit Freude begrüßt und mit großer Aufmerksamkeit und Teilnahme gelesen wurden. Die Hefte wurden gedruckt und herausgegeben, wenn geeigneter Stoff gesammelt und bearbeitet war; oft traten längere und kürzere Pausen ein. Jahrgang I erschien 1806, der zweite 1807—1809, der dritte 1810, der siebente 1828, der achte 1843. Vom letzten und 9. Jahrgang erschienen nur drei Hefte. Der Abonnementspreis für einen Jahrgang (12 Hefte) betrug 5 Thaler, sie war durch sämmtliche Postämter und „gute" Buchhandlungen zu beziehen; den Vertrieb in Breslau übernahm in der ersten Zeit der Oberlehrer an der königl. Wilhelmsschule Herr Neumann, in Frankfurt a. M. war es der Vorsteher desPhilanthropins Geisenheimer, in Berlin, Herr Bock, Lehrer am Berliner kön. Gymnasium, in Hamburg Herr Rießer. — Obgleich die Sulamith lange Zeit nicht die Druckkosten deckte, war es dem rührigen Redakteur schon von der ersten Zeit an gelungen, eine Anzahl Pränumeranten zu gewinnen. Unter diesen verdienen viele fürstliche 'Personen und Regenten genannt zu werden, als Zeichen der Zeit und als Würdigung Dr. Fränkels. In erster Reihe verdient „Vater Franz" genannt zu werden. Gleich nach der Ankündigung der Sulamith ließ der Fürst von Anhalt, Fränkels Gönner, ihm durch den Kabiuetsrat von Rhode seine Freude über das Unternehmen ausdrücken und befahl die Subseription darauf:') ein gleiches thaten sämmtliche Prinzen und Prinzesinnen Anhalts, ferner die Kurfürsten von Hessen Nassau und Darmstadt, die Grvßherzvge von Baden, Sachsen Weimar, Mecklenburg Schwerin, und Strelitz, die Herzoge von Bernburg und Koethen, die Fürstin von Schwarzburg Saudershausen, Rudolstadt, Schaumburg Lippe und Lippe Detmold, die Könige der Niederlande, von Württemberg und Belgien; ferner der Kanzler Hardenberg; auch wurde die Sulamith von den Vorstehern der größeren jüdischen Gemeinden gehalten, wie Berlin, Breslau, Bromberg, Karlsruhe, Crefeld, Darmstadt, Erfurt, Elbing, Hanau, Hamburg, Lissa, Hannover, Hildesheim, Nürnberg, Mainz u. s. f.; auch im Auslände, z. B. Kopenhagen und Stockholm. Es muß *) Sulamith I Seite o(>.