Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1896)
- Date
- 1896-03-01
- Page
- Seite 67 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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67 wurde Herr Dr. Kahan zum Rabbiner gewählt. — In Nensohl wurde Herr Rabbiner Dr. Emanuel Lenke aus Ostrau zum Rabbiner gewählt. — Die in Wien verstorbene Frau Charlotte Merores hinterließ den Betrag von nahezu einer Million, den sie zum größten Teile wohlthätigen Zwecken widmete. In ihrem. Testamente vermachte sie eine Summe von beiläufig fl. 800000 zur Errichtung eines Waisenhauses für israelitische Mädchen, das durch ein Kuratorium verwaltet werden soll. Außerdem machte sie eine Stiftung für Studierende an der Wiener Universität mit fl. 10000. — Der erste Übertritt zum Judentum in Ungarn fand am 25. Januar int Groß-Wardeiner Tempel statt. Es ist dies Elisabeth Engl, die als Jüdin den Namen Judith angenommen. — Aus Ungarn berichtet Herr Oberlehrer Ignatz Spitzer: Am 6. Januar versammelten sich in Budapest 120 jüdische Notabeln, darunter 26 ungarische Distriktspräsidenten, im Beratungssaale der Budapester israelitischen Religionsgemeinde, um die durch die Rezeption der jüdischen Konfession geschaffene neue Lage zu besprechen. Vor allem wurde das voluminöse Memorandum der Distriktspräsidenten verlesen, in welchem, gestützt auf geschichtliche Daten, die einheitliche Organisation, d. h. die autonome Verwaltung der ungarischen Judenheit, und die Einberufung eines Landeskongresses von der Regierung verlangt wird. — Der Landeskongreß soll demnach im Monat Oktober in Budapest tagen. Die Autonomie der jüdischen Konfession in Ungarn wird demnach ohne die Orthodoxen zustande kommen. Hernach wurde ein Landesfond zur Unterstützung armer Gemeinden und Schulen gegründet. Die Sammlungen im ganzen Lande haben begonnen, und in kaum drei Wochen hat die jüdische Intelligenz Ungarns 80000 fl. beisammen! Ein Comitö unter dem Präsidium des Landespräsidenten der Kongreßkanzlei, H. Kön. Rat Martin Schweiger, verwaltet den neuen Fond. — Die Pancsovüer israelitische Kultusgemeinde faßte einstimmig den Beschluß, dm im Dienste des ungarischen Judentuins so eifrig und ersprießlich wirkenden Sekretär der israelitischen Landeskanzlei, Herrn kön. Rat Dr. Joseph Simon, protokollarisch Dank zu votieren. Herr Oberrabbiner Dr. Adolf Kelemen wurde ersucht, das Dankschreiben zu verfassen. — Der Lehrer der israelitischen Kultusgemeinde in Erlau, Herr Moritz Lakner, feierte jüngst sein 40jähriges Dienstjubiläum. Seine dankbare Gemeinde und die Kollegen bereiteten dem Jubilar die herzlichsten Ovationen. — Der sogenannte 22. israelitische Kongreßdistrikt (Szegedin) wählte abermals in der am 28. Januar in Grosz-Kiknidä stattgehabten Jahresversammlung zum Distriktspräsidenten den Szegediner Gemeindepräses Herrn kön. Rat Dr. Rözsa Jzso. — Der wegen seiner Toleranz allbekannte Fünfkirchner Bischof Ferd. Dulüuszky wurde am 29. Januar zu Grabe getragen. Bei den Galadiners, die der Verstorbene bei festlichen Angelegenheiten gab, waren immer auch Juden geladen, mit denen sich der Verblichene gewöhnlich in religiöse Disputationen einließ. An