Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1895)
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 240 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zeitraumes vvu 400 Jahre» (1000—1890) in Lemberg,lehrte» uud wirkte»; in alphabetischer Reihenfolge nebst einem Beitrage zur Geschichte der Juden in Lemberg, herausgegeben. (Krakau 1895, im Verlage des Verfassers.) In diesem Bucke, in welchem 564 Männer, die in Lemberg gewirkt haben, behandelt werden, finden wir reiche Beiträge zur Geschichte der Juden in Polen, die bislang nur sehr wenig erforscht wurde, und ist es aus reichem Quellstudium entstanden. Herr Bnber hat Notizen gesammelt, die in den entlegensten Schriften zerstreut sind, und entfaltet eine reiche Belesenheit. Diese Arbeit schließt sich den verdienstlichen Werken Dembitzers aus Krakau und Dr. Caros in Lemberg würdig an. Möge es Herrn Bnber gelingen, den nötigen Ertrag aus dem Werke für die Auffrischung alter Leichensteine berühmter Männer zu erlangen. Aus diesem Buche erfahren wir Ausführliches über den Rabbiner Chajim Reizes und seinen Bruder Josua, die zu einem gräßlichen Martertode verurteilt wurden. Rabbi Chajim wurde nach schrecklichen Martern gevierteilt und seiit Bruder Josua, an den Schweif eines Rosses gebunden, durch die Stadt geschleift und als er am jüdischen Friedhofe vorbeikam, betete er unter schrecklichen Qualen in diesem Zustande das Gebet der Auferstehung. Die Leichen der Märtyrer wurden verbrannt und ihre Asche auf dem jüdischen Friedhofe beigesetzt. Was war das Verbrechen dieser armen Sünder, daß die christliche Liebe sich so vergessen konnte? Ein Täufling war nach Lemberg geflohen, um in der großen Jndenstadt ungefährdet zum Judentuni zurttckkehren zu können. Durch einen Angeber wurde aber dem Erzbischof die Sache verraten und der Apostat sollte nach dem Gesetze der christlichen Liebe auf dem Scheiterhaufen sterben. Um sich zu retten, gab er an, die Brüder Reizes hätten ihn zur Apostasie verleitet und die Folge war ein Martyrium, welches, wie der zeitgenössische jerusalemische Sendbote Mose Chagis richtig bemerkt, seit den Zeiten Rabbi Akibas seinesgleichen nicht hatte. Inhalt: Antrittsrede, gehalten in Frankfurt am Main, am 24. September 1870 von Rabbiner Dr. N. Brüll. s. A. — Die sechste Jahres-Bersaniinlung der Zentralkonferenz der Amerikanischen Rabbiner. — Wo fängt der Mosaismus an und wo hört er auf? — Jom Kipur. Bor Metz 1870. — Zum Sedanfeste 1895. Gedanken eines deutschen Juden. — Monatsschau. — Referrate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brvnner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt ani Main.