Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1895)
- Date
- 1895-10-01
- Page
- Seite 239 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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236 — sters der Kanzelberedsamkeit bedürfen keines Wortes der Empfehlung. Die Tiefe und Fülle der Gedanken und Anschauungen, die in diesen Reden niedergelegt sind, sowie die meisterhafte und geistvolle Darstellung jüdischer Lehre und jüdischen Lebens, die sie enthalten, weisen dieser Sammlung einen der ersten Plätze in der jüdischen Erbauungslitteratur an. Im Verlage von I. Bensheimer in Mannheim ist erschienen: Lieferung 1. Fest-Predigten von Dr. M. Steckelmacher, Stadt- und Konferenzrabbiner in Mannheim. (Preis Mk. 2.40.) Diese 144 Seiten umfassende Sammlung enthält Reden für das Pesach- und Wochenfest. Dieselben zeichnen sich durch philosophische Durchdringung des behandelten Stoffes aus und zeigen uns, daß der Redner mit vielem Geschicke Zeitfragen zu behandeln versteht, in welchen der Religion im allgemeinen und dem Judentume insbesondere jede innere Berechtigung gerne streitig gemacht wird. Auch die angeführten Midraschstellen, für welche im allgemeinen sonst wenig Verständnis von Seiten der Gemeinde entgegengebracht wird, weiß der Verfasser mundgerecht zu machen und das Interesse für dieselben zu beleben, wodurch seine Reden, die durchweg ein modernes Gepräge haben, an belehrendem Wert nur gewinnen, indem sie auf die reichen Schätze der jüdischen Litteratur Hinweisen. Besonders hervorgehoben zu werden verdienen S. 35 die Rede über Deut. 32, 7 und S. 89 über Exod. 13, 19. Die Anschaffung dieser gediegenen Reden, deren Fortsetzung wir mit Freude entgegensehen, sei hiermit bestens empfohlen. Inzwischen ist uns auch Lieferung 2/3 der Festpredigten zugegangen, welche sich besonders für die hohen Feste, durch Reichtum an Gedanken und schöne Form auszeichnen. Die Sammlung schließt mit Reden, gehalten anläßlich der gottesdienstlichen Feier patriotischer Feste. Im Verlage des Bibliographischen Bureaus in Berlin (1895) ist erschienen: Es ist ein Gott. Juden und Christen zugeeignet von Dr. G. Klein, Rabbiner in Stockholm. Von der Thatsache ausgehend, daß der Gottesglaube aus dem Bewußtsein der Kulturvölker zu schwinden beginnt, will der Verfasser Erfahrungsbeweise für diesen Glauben beibringen. Er beruft sich auf die Propheten und die Geschichte Israels, in welcher man das Walten Gottes erkennen muß. Philosophen werden durch diese Art der Beweisführung wenig erbaut sein, und für Theologen ist eine solche nicht nötig. Vorliegende Arbeit hat mehr den Wert einer Betrachtung der jüdischen Geschichte im Lichte Gottes und wird eine Festigung des Gottesglaubens in denjenigen Kreisen, in welchen er ins Wanken geraten ist, kaum herbeizuführen im Stande sein, zumal der vielversprechende Titel durchaus in keinem Verhältnis zu dem allbekannten, durchaus nichts Neues bietenden Inhalte steht. Der weithin bekannte Gelehrte Herr Salomon Buber im Lemberg hat ein Werk: „Ansche Sehern“, Biographieen und Leichenstein-Jnschriften von Rabbinern, Lehrhausvorstehern, Rabbinatsassessoren und Gemeindevorstehern, die während eines