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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-09-01 · Heft 9 (1.9.1895) · p. Seite 215

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 9 (1.9.1895)
Date
1895-09-01
Page
Seite 215 (sequence 23)
Language
German
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215 worden, das tu der deutschen Kunst stets mit Ehren genannt werden wird. — In Köln starb die beliebte Opernsängerin Meta Kalman. Ihr Leichenbegängnis fand unter großer Teilnahme der Bevölkerung statt. Herr Rabbiner Dr. Frank widmete ihr einen ehrenden ergreifenden Nachruf. — Jüngst hat Kaiser Nikolai II. den jüdischen Bildhauer Leopold Bernstamm im Peterhofer großen Palais enipfangen und demselben seine Anerkennung für den „Christus und die Sünderin" und „Die Schlangenbeschwörerin" ausgesprochen und sich einverstanden erklärt, daß der jüdische Bildhauer ihn, den russischen Zaren, modelliere. — Den« Hvfcellisten Heinrich Grünfeld ist vom Großherzog von Mecklenburg-Schlverin, bei welchem er im ffeiiten Cercle in Heiligendamm spielte, die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen worden. Dieselbe wurde dem Künstler von Seiten des Großherzogs persönlich überreicht. — Die jetzt dem Kaiser gehörende und durch den Kustos der Gemäldesammlungen desselben, Dr. Seidel, neu eingerichtete Schack-Gallcrie in München enthält auch viele Bilder aus deni biblischen Stoffgebiet. Es sind vorhanden nach Michel Angelo: Erschaffung Adams, Sttndenfall, Vertreibung aus dem Paradies, der Prophet Jesaias und der Prophet Jereinias. Von jüdischen Malern ist u. a. vertreten Jul. Muhr, ein Sohn Abraham Muhrs. Er war ein Schüler Kaulbachs. An den Fresken des Meisters im Treppenhause des neuen Museums in Berlin hat Kaulbach die Züge Muhrs zu dem Bilde des Königs Salomo benutzt. Von Jul. Muhr ist auch das bekannte Bild Zunzens aus den 40er Jahren mit der Unterschrift: „Der Gedanke ist mächtig genug, ohne Anmaßung und Unrecht über die Anmaßung und das Unrecht zn siegen " Der Künstler, geboren in Pleß am 21. Juni 1819, lebte in München. Hier entriß ihn ein vorzeitiger Tod, wie Dr. M. Braun in seiner Biographie Abr. Muhrs mitteilt, dem kurzen Eheglück, das er an der Seite seiner Frau, einer Tochter des preußischen Generals von Colombe und Nichte des alten Blücher, genoß, bevor er die Hoffnungen, zu denen er berechtigte, ganz erfüllen konnte. Einige seiner Gemälde haben durch den Stich eine weitere Verbreitung gefunden. Seine „Siesta italienischer Mönche" befindet sich in der Berliner Nationalgallerie. Das von ihm gemalte Bild seines in jüdischen Kreisen bekannten Vaters erscheint wie eine Verkörperung hinreißender, überzeugender Beredsamkeit. — Der „Jndep. belge" wird aus dem Haag geschrieben, daß das dortige königliche Museum, das Mauritshuis, ein sehr wertvolles Geschenk erhalten hat: eine merkwürdige vortreffliche Zeichnung in schwarzer Kreide von Romanus de Hooghe. Die Zeichnung, welche die' religiöse Feierlichkeit der Circumcision in einer israelitischen portugiesischen Familie darstellt, hat die Unterschrift: Romanus de Hooghe pinxit 1605.— Baron Edmund v. Rothschild in Paris kaufte einen bei Pompeji aufgefundenen antiken Silberschatz um eine halbe Million Francs an und machte ihn der Kunstsammlung des Louvre zum Geschenk, welche wegen mangelnder Fonds die zuerst an sie gerichtete Offerte ablehnen mußte. — In einer Versammlung

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