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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-09-01 · Heft 9 (1.9.1895) · p. Seite 209

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 9 (1.9.1895)
Date
1895-09-01
Page
Seite 209 (sequence 17)
Language
German
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209 Ansprachen eindringlich auf Herz und Gemüth einwirken kann. Der Preis dieser schön ausgestatteten Schrift ist Mk. 1.60. Es ist erschienen: Frankfurter Israelitischer Volkskalender. Verlag von I. Kauffmann, 1895. Voran geht eine interessante Erzählung „Mirjam" von vr. I. Goldschmidt, die der Einkleidung nach auf einem Erlebnis in einem kleinen schlesischen Badeorte beruht und dadurch der Teilnahme der Leser um so gewisser ist. Im Verlage von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. ist erschienen: Die Pirke Aboth und ihre Verwertung für den Religionsunterricht. Von Rabbiner vr. Sinai Schiffer. Pr. 40 Pf. Der Verfasser hebt mit Recht hervor, daß die Sprache der Natur das kindliche Gemüt weit mächtiger anzuregen im stände ist, als doktrinäre katechismenartige Zusammenfassung der jüdischen Glaubens- und Sittenlehre, und macht den Versuch, die in der Pirke Aboth zerstreut im bunten Durcheinander sich findenden Fundamentalsätze der jüdischen Glaubens- und Pflichtenlehre übersichtlich zusammen zu tragen. Wir empfehlen diese anregende, Schrift unseren Pädagogen auf's wärmste- Wonatsschau. Zum Nachfolger Rosin's an das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau wurde Herr Dr. S. Horowitz, Rabbiner in Bielitz berufen. — In Pr, Stargard wurde Herr Dr. Ludwig Rosenthal bisher in Rogasen zum Rabbiner gewählt. — In Baden ist ein von fast sämtlichen Rabbinern und Synodalmitgliedern Unterzeichneter Aufruf zur Errichtung eines israelitischen Landesasyls verbreitet worden. — In dem Schwesternheini für jüdische Krankenpflegerinnen zu Berliu sind in dem vom Herrn Sanitätsrath Dr. Lazarus und Professor Israel geleiteten Kursen für Krankenpflege 16 Schwestern ausgebildet worden. Die durch den Verein ausgeübte Krankenpflege steht unentgeltlich zur Verfügung. — Das Frauenbad im Synagogengarten hinter der Raschikapelle in Worms, das seit vielen Decennien verschüttet war, wird gegenwärtig unter der Leitung des Herrn Regierungsbailmeisters Weißstein aus Berlin ausgegraben und wird, wenn wieder in Stand gesetzt, eine hochintereflante Sehenswürdigkeit der Stadt bilden. Der Bau dürfte im 11 Jahrhundert entstanden sein; nur noch in wenigen Städten, so in Friedberg und Speyer, ist ein ähnlicher erhalten. — Die Akademie der Wissenschaften in. Paris wählte den Prof. Dr. Ferdinand Cohn in Breslau zum korrespondierenden Mitglied für die botanische Sektion. — In Heidelberg starb der ordentliche Professor der Ohrenheilkunde Hofrath Dr. Salomo« Moos. — In Markolsheim ist am II. Juni der pensionirte Rabbiner Marcus Ulmo im Alter von 93 Jahren gestorben. — In Karlsruhe starb in seinem 82. Lebensjahre Herr Benjamin Millstätter, Großherzoglicher Oberrath a. D. Inhaber des Kom-

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