Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1895)
- Date
- 1895-09-01
- Page
- Seite 207 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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207 Meferate und Witteitungen. M. Bibelstndien von lic. theol. G. A. Deißmann?) Eines eifrigen Forschers musterhaftes Werk, das ist die richtige Bezeichnung für die mühevolle, sorgfältige Arbeit des Autors, der auf 300 Seiten hochinteressante Beiträge zumeist ans den Papyri und Inschriften bietet, welche in Bezug stehen zur Geschichte der Sprache, des Schrifttums und der Religion des hellenistischen Judentums und des Urchristenthums. Fern davon, den leider allgemein in derartigen Studien üblichen hochgelahrt scheinenden Kanzelstil anzuwenden, schreibt der Verfasser in einer anheimelnden Weise, die auch sich hie und da findendes Zweifelhafte gern übersehen läßt. Die dem Texte beigefttgte Lichtdrucktafel verdient besondere Beachtung und Anerkennung. Jüdische Moral und christlicher Staat nennt sich eine im Verlage von Siegfried Cronbach (Berlin) erschienene kleine Schrift, deren Verfasser Herr Dr. Edmund Friedemann ist. Der Autor sucht darin der Anschauung entgegen zu treten, daß jüdische und christliche Moral Gegensätze seien, und beweist die Falschheit dieser Auffassung erfolgreich. Zwar bietet die Broschüre nur wenig, aber dieses Wenige ist lehrreich und lesenswerth. Individual- und Gemeiudepsalmen von Lic. Dr. Georg Beer. Das in dem Verlage von N. G. Elwert (Marburg) erschienene Werk bietet einen „Beitrag zur Erklärung des Psalters". Der Verfasser, Privatdozent der Theologie an der Breslauer Universität, hat sich in dieser Schrift auf ein in der modernen Psalmenkritik bislang kaum betretenes Gebiet gewagt und die Aufgabe, die er sich gestellt, erfolgreich gelöst, ohne sich in ermüdender Breite oder aber in unverständlicher Kürze zu ergehen. Die schöne Jüdin. Von Wilhelm Feldman«.^) Der vorliegende Roman zeichnet sich durch seine Personalcharakteristik besonders aus; er behandelt die Geschichte einer Jüdin, welche gegen den Willen ihres Vaters, veranlaßt durch einen Probst, zur christlicheil Kirche übergetreten.- Der verzweifelte Vater versucht, sein Kind, das er mit Gewalt zur Taufe führen sieht, zu befreien, wobei er sich einer Beleidigung der Kirche und der Storung der öffentlichen Ordnung schuldig macht. In der über ihn verhängten Untersuchung lvird er jedoch von den Geschworenen freigesprochen. Der Verfasser hat es verstanden, lebhafte Gegensätze ergiebig zu verwerten und ein Kultur- und Seelengeinälde zu liefern, das namentlich die österreichisch'polnischen Zustände treffend iviederspiegelt. Die Bibel. Ihre Entstehung und Geschichte. Von Domela Menwenhnis.?) Die Bibel von Nienwenhuis war über ein Jahr lang konfisziert und verboten y Marburg 1895, N. G. Elwert'sche Verlagsbuchhandlung. 2) Nach dem Polnischen von Sylvester Wiznerowicz. Amsterdam, Verlag von August Dieckmann. ®) Verlag von G. Slomke, Bielefeld 1895.