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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-09-01 · Heft 9 (1.9.1895) · p. Seite 194

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 9 (1.9.1895)
Date
1895-09-01
Page
Seite 194 (sequence 2)
Language
German
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erfreulichen Gewißheit geworden, daß nunmehr des Feiildes Macht gebrochen, des Kampfes Ziel erreicht sei, daß der wilde Kriegslärm, der die Herzen mit Sorge und Entsetzen erfüllte bald verloben werde und aus den blutgedüngten Schlachtfeldern jetzt desto früher und desto herrlicher emporreifen werde die goldene Frucht des Friedens. Doch mehr als dies, mehr als wir nur wünschen und erwarten konnten, haben wir da erreicht und gefunden; es sind unsere kühnsten Hoffnungen noch überholt und übertroffen worden von den Erfolgen, die uns zu Teil geworden. Was Jahrzehnte und Jahrhunderte, was vor uns viele Geschlechter nicht vermocht hatten, Deutschland von dem Fluche innerer Zerrissenheit zu befreien, seine Söhne zu einen, die zerstreuten Glieder zu verbinden, die verschiedenen Stämme zu verbrüdern und den Geist steter, enger, treuer Zusammengehörigkeit in ihr Herz zu verpflanzen, das hat dieser eine heutige Tag, den wir darum festlich begehen bewirkt und zu Stande gebracht. Frieden nach außen und Einheit nach innen, das sind die herrlichen Errungenschaften, die köstlichen Güter, die init dem heutigen Tage, an dem die Ehre des deutschen Namens so hoch erhoben, an dem die Macht des deutschen Volkes so tief begründet wurde, uns sind zu Teil geworden. Nicht in den beispiellos großen Errungenschaften aber liegt die segensvolle weitreichende Bedeutung des heutigen Tages, die ihn für alle Zeiten zu einem denkwürdigen gemacht, sondern in noch höherem Maße in der tieferen immer andauernden geistigen Nachwirkung, die er fort und fort ansübt auf die Neugestaltung des deutschen Reiches auf die Hebung des deutschen Volksgeistes. Nicht der Ruhm, der sich an ihn knüpft und nicht der äußere Besitz, den er gebracht, ist es allein was ihn groß und bedeutungsvoll gemacht für alle Zeiten. Nein! das sind vergängliche Güter, die wieder eine Beute ungünstiger Geschichtsströmungen werden könnten. Wir feiern heute auch nicht die Zerstörung Anderer, sondern unsere eigene Aufrichtung. Wir feiern nicht den Krieg sondern den Friede», nicht den Untergang sondern die Erhebung, nicht den Verfall, sondern den Aufbau. Aus dem Gefühle der Einheit, die mit dem heutigen Tage uns geworden, erwuchs uns neue Thatkraft und Schaffensfreude, während ehedein innere Zerrissenheit unsere besten Kräfte lähmte und unserem geistigen Ringen Hindernisse in den Weg legte. Die Einheit, die wir mit dem heutigen Tage errungen, hat uns Achtung vor uns selbst gebracht, die Vorstufe jener Achtung, die uns heute im Kreise der Völker zu Teil tvird, bei denen der Name Deutschland in einem Ansehen steht wie nie zuvor. Es ist ferne von uns, daß wir, an dem blutigen Waffenspiele uns ergötzen, daß »vir mit jubelndem Hohne auf den unterlegenen Feind herabsehen, daß wir an den Werken des Krieges, der so viel Jammer und Zerstörung bringt, unsere Augenlust und Herzensfreude finden. Wir würden unserer selbst vergessen, so wir nicht heute zunächst in Wehmut gedenken wollten derer, die ferne von ihrer Heimat haben in wildem Schlachtgetümmel ihre Leben gelassen und ihre Seele

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