Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1895)
- Date
- 1895-07-01
- Page
- Seite 162 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2969669-2969809-2969817--4519-2973784- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
162 „Du wirst zu meinem Himmelsglanz entrücket!" Sprach Gott; und als der Herr in jener Stunde Den Mose küssete mit seinem Munde, Hat er im Kuß die Seele ihm gepflücket. Der sel. Herr Rabbiner Dr. N. Brüll bemerkte am Rande dieses 2 4" Blätter enthaltenen Gedichtes, daß der Herr Lipmann Leszezynski ein Plagiator ist und das geistige Eigentum des Dr. Carl Kraft aus seinem Buche „Jüdische Sagen und Dichtungen" entnommen hat. Rätselhaft ist es, daß der plumpe Plagiator, obgleich er nach der Angabe von Fürst in der „Bibliotheka Judaika" ß. II S. 234, zwei Werke verfaßt hatte und eins in Dessau 1838 drucken ließ, nicht gewußt hat, daß über die Arbeiten von Kraft bald nach dem Erscheinen eine sehr gute Rezension in der Zeitschrift Sulamith, 8, 2 S. 39 1839 zu Dessau erschienen war und zur Probe dieselbe Bearbeitung des Midrasch dem Publikum anempfohlen und mitgeteilt war. Der Plagiator konnte wohl denken, daß das kleine Büchlein von Dr. Kraft nicht so früh gekannt sein werde, weil das Buch eben erschienen war, aber der Zeitschrift gegenüber sich doch mit fremden Federn zu schmücken ist rätselhaft. Er transcribierte das Deutsche in hebräische Lettern, schob einige Worte ein und maßt sich einige Wörterveränderungen an, sowie auch zum Teil die Interpunktion anders zu setzen. Auch emendirte er in Vers 8 das geeignete Wort „sorglich" in „sogleich", welches allerdings nicht so gut paßt. Dieser geistige Diebstahl geschah vor Neujahr, wie aus dem Satz, in welchem das Druckjahr enthalten ist, hervorgeht, um die Frankfurter Wohlthäter zu veranlassen ihm eine bessere Gabe zu spenden. Hoffentlich hat er dabei gute Geschäfte gemacht. 31. Mai 1895. Sch. Chait. Aber die Juden Möhmens im 15. und 16. Jahrhunderte. Aus dem Böhmischen des Herrn Prof. Dr. Sigmund Winter mit Erlaubnis des Autors ins Deutsche übertragen und mit Anmerkungen versehen von weiland Dr. M. Grünwald, Großrabbiner von Bulgarien. (Fortsetzung.) Wenn ein Jude Gewürz, Seide, Bänder oder irgend etwas Krämerisches ankauft — Batist, Leinwand oder Damast, wird damit in den Kerker geworfen.^) Von den christlichen Märkten wurden sie bis zu einer bestimmtenStunde ausgeschlossen; erst nachdem die Christen ihre Einkäufe besorgt hatten, durfte der Jude kaufen. 6M Prager Archiv, No. 904, 86, 2.