Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1895)
- Date
- 1895-06-01
- Page
- Seite 144 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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144 andere; Maler wie Aschkinasi, Maimou, Rosenberg u. a. hervorgegangen. —Im Stadttheater zu Czernowitz spielt zur Zeit eine deutsch-jüdische Theatergesellschaft unter der bekannten Direktion des Herrn Abraham Axelrad und erfreut sich des lebhaftesten Zuspruchs seitens der Bevölkerung. Von den bis nun zur Aufführung gelangten Stücken haben die historischen Werke: „Jehuda und Israel", sowie „das 10. Gebot" am besten gefallen. Herr und Frau Axelrad sind die wirksamsten Stützen des Ensembles; erfterer durch seine unwiderstehliche Komik, letztere durch ihre schöne sympathische Stimme, sowie ihr feinnuancirtes Spiel- Von den übrigen Mitgliedern verdienen die Herren Gvldenberg, Bnxenbaum und Katz lobende Erwähnung. — Als das größte Genie seit fünfzig Jahren auf der Violine wird in Wien ein kleiner Judenjunge aus Warschau, der elfjährige Bronislaw Hubermann rühmlichst genannt. Er konzertirte mit der Patti und war der Glanzpunkt der Konzerte. Der Junge ist ein Schüler des Berliner Joachim, der ihn überaus lobt. — Das Grabdenkmal des Dichters Ludwig August Frankl ist auf dem Zentralfriedhofe in Wien zur Aufstellung gelangt- Dasselbe ist von seinem Freunde Johannes Benk ausgeführt und wurde dem Heimgegangenen vom Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde gewidmet. Das Epitaph ist altarartig aufgebaut- Auf Stufe und Sockel erhebt sich ein Pilasterrundbogen, der eine Widmungstafel einschließt. Den Abschluß des Monuments bildet ein Aufsatz, welchen die mit Lorbeer durchstochtene, mit einem Schleier zum Teil verhüllte Davidsharfe krönt. In die Pilaster und in die Zwickel des Rundbogens sind in flachen Reliefs die Symbole aus den Wappen Frankl's gemeißelt. Dieselben haben Bezug auf Gründung einer Schule in Jerusalem (die Ceder), des Blindeninstituts auf der Hohen Warte in Wien (das blinde Kind), die Errichtung des Schillerdenkmals in Wien (das Einhorn) und die Doktorwürde des Verblichenen (der Aeskulapstab). Die Verse auf der Widmungstafel rühren vom treuen Freunde Frankl's, Ferdinand v. Saar her. Sie lauten: „Es war ein Dichter, der da schied, — wie Harfenton erklang sein Lied. — Den Werken hoher Menschlichkeit — Hat er des Daseins Kraft geweiht. — Es lebt mit seines Namens Ruf, — Was er in Geist und Herzen schuf." Inhalt: Das Programm des liberalen Vereins für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde in Berlin. — Gustav Freytag über die Juden. — Ueber die Jllden Böhmens im 15. und 16. Jahrhunderte. Aus dein Böhmischen des Herrn Prof. Dr. Sigrnund Winter mit Erlaubnis des Autors in's Deutsche übertragen und mit Anmerkungen versehen von Dr. M. Grünwald, Großrabbiner von Bulgarien. — Das Wochenfest. Gedicht von Landrabbiner Dr. Julius Landsberger s. A. — Josef Albo und sein Werk „Jkkarim" von Rabbiner L. Wollner. — Ein interressantes Märchen. Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.