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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-06-01 · Heft 6 (1.6.1895) · p. Seite 139

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 6 (1.6.1895)
Date
1895-06-01
Page
Seite 139 (sequence 19)
Language
German
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139 mit dem Sitze in Gießen. — Frankfnrt a. M. hat das Verdienst, mit der Errichtung eines jüdischen Mädchenstifts vorangegangen zu sein. Am 17. November 1894 hat das Stift den siebzigsten Geburtstag seiner Ehrenpräsidentin Frau Charlotte Speyer festlich begangen, welche die Mittel zur Begründung des Planes geboten hat. Sie übergab dem Vereine das zu diesem Behufe angekanfte Haus und überwies als Geschenk noch außerdem 30,000 Mark. Die Zahl der Zöglinge betrug am Schlüsse des Berichtjahres 22. — Dem dreißigsten Rechenschaftsbericht der „Achawa," des Vereins zur Unterstützung israelitischer Lehrer u. s. w., entnehmen wir, daß im vergangenen Jahre fünf aktive Mitglieder gestorben und siebzehn neu hinzugetreten sind, so daß sich am Jahresschluß die Zahl der aktiven Mitglieder ans 353 belief; die Zahl der Ehrenmitglieder beträgt 919. Unter den Zuwendungen sind hervorzuheben 5000 Mk. zur Erinnerung an den verstorbenen Herrn Leop. Joach. Beer und dessen Gattin, sowie zwei Legate von je 500 Mk. von Herrn Aug. Jak. Wolfs in Wiesbaden und Frau Recha Seligstem in Berlin. Der langjährige Vorsitzende, Herr Adolf Teblee (dessen Bild den Bericht schmückt) ist gestorben. Seine Stelle übernahm provisorisch Herr Konsul Adolf Bär-Goldschmidt. Aus dem Reservesonds wurden fünfunddreißig Unterstützungen mit Mk. 2390 gewährt, an Jahresu'nterstützungen an neunundsiebzig Pensionäre 14,315 Mk. (gegen 12,950 Mk. im Vorjahr). Das Vereinsvermögen beträgt nach Abzug der zn verteilenden Summe im Anfang dieses Jahres 204 835 Mk. (gegen 197,687 Mk. im vorigen Jahr). In Anerkennung der Verdienste Teblee's wurde sein Name in die Reihe der „ewigen Mitglieder" ausgenommen. — In Mannheim hat der Rabbiner an der dortigen Klaussynagoge, Herr Dr. Lndwig Roseuthal sein Amt angetreteu. — Der verstorbene Kaufmann Herr Louis Wolf Egers in Breslau, hat in seinem Testament große Zuwendungen für wohlthätige Zwecke gemacht. — Die seit Jahren von Tag zu Tag abnehmende israelitische Gemeinde in Türkheim hat nun ihre vollständige Auflösung erreicht und ist aus dem Register der oberelsässischen Gemeinden für alle Zeiten gestrichen worden. Die noch wenigen daselbst wohnhaften jüdischen Familien werden nunmehr der Gemeinde Winzenheim augehören und die Synagoge wird öffentlich versteigert werden- — Vor einigen Tagen fand eine Sitzung des Kuratoriums und DozentkollegiumS des Rabbinersemiuars in Berlin behufs Wahl eines neuen Dozenten statt. Dieselbe fiel auf Herrn Dr. Joseph Wohlgemuth aus Hamburg, der sich zur Annahme der Wahl bereit erklärte. — Der Professor der Pharmakologie und physiologischen Chemie an der Universität in Halle, Herr Dr. Erich Harnack, hat zu der Festjchrist aus Anlaß der Jubelfeier dieser Universität eine sehr interessante Abhandlung geschrieben, eine Untersuchung über die Bibel und die alkoholischen Getränke. — Die Oberin des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen, Fräulein Rosa Blau, ist am 18. April in Berlin in ihr neues Amt feierlich eingeführt

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