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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-05-01 · Heft 5 (1.5.1895) · p. Seite 120

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 5 (1.5.1895)
Date
1895-05-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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ist in zwei Ausgaben erschienen, mit Erläuterungen und ohne solche — Leo Bardowicz: Studien zur Geschichte der Orthographie des Althebräischen. Frankfurt a. M. 1894. I. Kauffmann. VIII u. Il2 S. Diese interessante Schrift sucht nachzuweisen, daß die sogenannten matres lectionis in unserm Bibeltexte häufiger angewandt werden, als dies in der talmutischen Zeit der Fall war. Bisher nahm man in der Regel das umgekehrte Verhältnis an; aber die Beweise, welche der Verfasser für seine Ansicht beibringt, sind fast alle durchschlagend, so daß an der Richtigkeit seines Resultats kaum wird gezweifelt werden können. Im ersten Abschnitt werden die Ansichten der älteren und neueren Gelehrten iiber die Plene- und Defectivschreibung der Wörter in sehr iibersichtlicher Weise zusammengestellt; Abschnitt III- -V bringen die eingehenden Beweise für die Ansicht des Verfassers. Im VI. Abschnitt sucht er nachzuweisen, „wie die matres lectionis entgegen dem rabbinischen Verbote, defektive Wörter plene zu schreiben, in den Bibeltext eindringen konnten". Die Erklärung findet er in der überraschenden Thatsache, daß dies Verbot sich ausdrücklich zuerst bei Maimonides findet. Wir glauben indes, daß diese Frage einer noch genaueren Untersuchung bedarf. S. VI. Statt „altsemitische" (Schrift) wird es wohl besser „althebräische" heißen. — S. XIV. „ein plenes Wort" ist ungebräuchlich. — S. 82, Anm. wird aus der Übersetzung der LXX zu I. Sam. 1,5 geschlossen, daß im Texte ephem gestanden habe statt apajim und daß sie ephes gelesen haben; allein dies wäre unhebräisch. — Der Stil der Schrift ist sehr klar, die Darstellung übersichtlich, so daß das Buch auch solchen, die sich mit den einschlägigen Frage nicht beschäftigt haben, auf das wärmste empfohlen werden kann. Die Ausstattung des Buches ist lobenswert. Inhalt: Das Judentum und die moderne Wissenschaft, von Dr. M. H. Friedländer. — lieber die Juden Böhmens im 15. und 16. Jahrhunderte. Aus dem Böhmischen des Herrn Prof. Dr. Sigmund Winter mit Erlaubnis des Autors ms Deutsche übertragen und mit Anmerkungen versehen von Dr. Bi. Grünwald, Großrabbiner von Bulgarien. — lim 40 Mark. Eine Peßachbetrachtung von einem Konservativen. — Samuel Leberkiihn über die Juden in Amsterdam im vorigen Jahrhundert. — Uebertragungen aus dein Talmud. 1. die Davids-Harfe, 2. Zions Trost. Bon Dr. S. Nascher, Professor. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Koimnission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Aufsarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Mai».

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