Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1895)
- Date
- 1895-04-01
- Page
- Seite 91 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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91 Humanismus und förderten mit ihrem zündenden Worte Wahrheit, Völkerfreiheit und Menschenrecht. — Unlängst verschied in Prag der k. und k. Artillerie-Major Herr Moses Götzl im 65. Lebensjahre. Die Bestattung fand auf dem israelitischen Friedhofe in Bischitz (Bezirk Melnik) statt. — In Wien wurde ein „Israelitischer Litteratur-Verein Mendelssohn" ins Leben gerufen. Präsident desselben ist Herr Dr. Gustav Ritter von Schlesinger. — Herr Dr. A. Nimhin in Stanislan ist nahezu einstimmig zum Bürgermeister gewählt worden. — Aus Battonya schreibt uns Herr Oberlehrer Ignatz Spitzer: Die Landesvertretung der orth. Judeil Ungarns hat unter der Führung ihres Präsidenten, Herr Ignatz Reich, bei dem neuen Cabinetschef Baron Bä/fsi und bei dem Kultusminister Dr. W. Wassich am 13. Februar eine Audien^. Beide Staatsmänner versprachen ihnen den Schutz für ihr autonomes Verfügungsrecht. — Die Araber israelitische Religionsgemeinde feierte am 9. Februar das 40jährige Dienstjübiläum ihres verdienstvollen Regenschori L. Grünzweig. Der greise Jubilar, der durch seine Compositionen auf dem Gebiete der Tempelgesänge Hervorragendes leistete, wurde seitens seiner dankbaren Gemeinde mit allerlei Ovationen bedacht. — Der „Malbis Arnmim-Berein" in Janoshüza entfaltet eine segensreiche Thätigkeit. Den heurigen Winter bekleidete derselbe dreißig arme Schulkinder. — Die Preßburger orth. jüdische Gemeinde läßt zwölf ihrer Lehrer, die je einen Gehalt von 500 fl. ö. W. haben — darben. Die Gemeinde legt die Petitionen ihrer Jugendbildner ad acta, wünscht aber, daß dieselben ihre Pflichten treu erfüllen sollten. So sieht heute das einst berühmte Preßburg aus. — Der verdienstvolle Präsident des XI. israelitischen Distriktes in Stuhlweißenburg, Herr Dr. Ludasy starb am 20. Januar. Herr Oberrabbiner Dr. Adolf Steinherz aus Alba hielt die Trauerrede. — Herr Rabbiner Horovitz in Besztercze (Siebenbürgen) wurde zum Oberrabbiner nach Alsü-Kubin (Arvaer Com.) berufen. — Wegen der Wahl eines Rabbiners entstand am Samstag (2. Februar) im Tempel der Galcvezer Gemeinde ein solcher Skandal, daß die Polizei dazwischentreten mußte. — Aus Wien wird uns von dem Tode des Realitätenbesitzers, Herr Moses Reich in dem seltenen hohen Alter von 102 Jahren berichtet. Für feine Verdienste um die Gemeinden Hietzing und St. Veit wurde eine Gasse nach seinem Namen, „Reichgasse" benannt. — Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien hat die Errichtung eines Kinderasyls beschlossen, durch welches das körperliche Wohl und die religiös-sittliche Erziehung armer verwaister israelischer Kinder gefördert werden soll. Die Anstalt, welche den Nanien „Mannheimer Kinderasyl" führen soll, wird zunächst fünfzig Pfleglinge aufnehmen. — Der pensionirte Rabbiner der Gemeinde zu Raab, Herr Dr. Salomon Ranschbnrg, ist im 79 Lebensjahre verschieden. Er hinterläßt, wie der „P. L." erfährt eine 4Ö0 geschriebene Bogen umfassende talmudisch-rabbinische Encyklopädie. — In Wien starb die