Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1895)
- Date
- 1895-04-01
- Page
- Seite 90 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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90 L. Landan, Privatdozent der Frauenheilkunde an der Berliner Universität, ist zum Professor ernannt worden. — Im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Breslau, hielt Herr Dr M. Braun eine Gedenkrede auf Tr. Rosin. — Von den 79 im Crematorium zu Heidelberg verbrannten Leichen, waren 8 jüdische. — Den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Berlin ist die „Uebersicht des Haushaltes der jüdischen Gemeinde" zugegangen. Dieselbe balancirt in den Einnahmen und Ausgaben mit 3,630.102 Mk. 48 Pf. Der Bestand am 30 März 1894 betrug 890.880 Mk., die Summe der Ueberschüsse (Ersparnisse) der verschiedenen Special-Verwaltungen insgesammt 105.975 Mk. Dein Rechnungsabschluß ist eine Chronik über die Beschlüsse der Gemeindeverwaltungen im letzten Geschäftsjahre beigefügt. — Herr Redakteur Brisch aus Mülheim hielt im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Köln einen Vortrag über: „Der Kaiser und der Rabbi im 13. Jahrhundert." — In Weilbnrg sprach Herr Rabbiner Dr. Landan über die alten Parteien im Judentum. — In dem neubegründeten Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Brakel hielt Herr Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal einen Vortrag über: „Geistesleben der Gemeinde in Alexandrien." — Am 6. Februar hielt Herr Hadra in der Vereinigung für jüd. Geschichte und Litteratur in Eisenach einen Vortrag „Ueber die allgemeinen Gedanken des Gerechtigkeitsgefühls bei den Juden", in Anschluß an Lessiugs Lustspiel „die Juden." — In Wien wurde am 23. Februar der achtzigste Geburtstag des Herrn Lectors I. H. Weiß gefeiert. Außerordenlich zahlreiche Kundgebungen der Sympathie und Verehrung wurden dein gefeierten Gelehrten von nah und fern zu Teil. Von seinem jugendfrischen Geiste hat unsere Litteratur, die in ihm einen so hervorragenden Meister besitzt, noch manche Bereicherung zu erwarten. — Der Rektor der Landes-Rabbinerschule in Budapest, Herr Moses Bloch, feierte am 14. Februar das 80. Geburtsfest. — Herr Dr. S. Mandl aus Szenics wurde zuni Rabbiner in Kostet (Mähren) einstimmig gewählt. — Der Luftschiffer Berson, der im Dezember mit dem Ballon „Phönix" von Berlin aus die höchste, bisher erreichte Höhe (über 9000 Meter) über der Erde erreicht hat, ist ein galizischer Semit. — Ueber Prophetismus sprach jüngst Herr Rabbiner Dr. Reumann in Gr. Kanißa. Nach philologischer Erörterung des Wortes „Nabi" (Prophet) durch treffend herangezogene verwandle Wortstämme aus dem Assyrischen und Arabischen, hob Redner den Unterschied zwischen heidnischen Wahrsagern und biblischen Propheten hervor und schilderte die Geschichtsperioden jener Zeit, bestätigt durch die Ergebnisse der neuen Entdeckungen keilschriftlicher Dokumente. Den Nationalgöttern der Nachbarvölker Palästinas gegenüber verkündeten jene begeisterten Seher einen Weltengott, Schöpfer des Lichtes und' der Finsternis, der alles regiert und alles beherrscht; die blutigen Opfer verpönend, jeden After-Gottesdienst verwerfend, predigten sie schon in jener grauen Vorzeit den wahren, heute noch angestrebten