Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1895)
- Date
- 1895-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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PopM - rvmen»ck»MI^ zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Begründet und herausgegeben von Rabbiner l)r. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6.— per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen uub Postanstalten des In- «ub Auslandes. 15. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. März 1895. Kummer 3. Unser Wirken im Geiste der Uropheten. Aus einer Rede, gehalten von Herrn Rabbiner Dr. N. Brüll s. A. Es gehört kein geringer Mut dazu, da, wo man schon von Vorneherein für sein edleres Streben weder Teilnahme noch Verständnis zu erwarten hat, ja recht eigentlich nichts anderes als dessen Erfolglosigkeit vorherzusehen vermag, sich dennoch mit vollem Eifer ihm zu widmen und sich durch alle die Hindernisse, die ihni entgegenstehen, nicht einschüchtern und abschrecken zu lassen. Die gewöhnliche Menschenklugheit, deren Führerin die Vorsicht ist, hat ja stets die ausgesuchtesten Bedenken in Bereitschaft, wo ein Fortschritt zum Besseren, dessen Gedeihen von der Zukunft abhängig ist, angebahnt und bewerkstelligt werden soll, um wie zaghafter, um wie ängstlicher macht uns da erst der Anblick wirklicher Schwierigkeiten, thatsächlicher Hindernisse, die nicht erst entdeckt werden müssen, sondern schon, ehe wir etwas anfangen, uns klar und deutlich vor Augen stehen, uns schroff und hartnäckig in den Weg treten. Und doch darf uns, wenn es uns mit unseren edlen Bestrebungen ernst ist, dieser Mut nicht fehlen. Für das Gute offen und beharrlich eintreten, ist selbst schon eine That, deren hoher sittlicher Wert dadurch, daß es ihr an dem lohnenden Erfolge gebricht, nicht im mindesten verringert wird, denn in großen Dingen ist es, wie ein weiser Ausspruch des Altertums uns lehrt, genug, das Gute gewollt zu haben. Nicht uns, die wir das Beispiel