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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-02-01 · Heft 2 (1.2.1895) · p. Seite 46

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 2 (1.2.1895)
Date
1895-02-01
Page
Seite 46 (sequence 22)
Language
German
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46 Der Text, der von Mosenthal verfaßt ist, führt in acht Bildern das ganze Leben Mosis, von der Aussetzung bis zum Tode, in den wichtigsten Momenten vor. Die wuchtigste Stelle der ganzen Komposition findet sich im vierten Bilde. Die Chöre der Egypter während der Finsterniß und beim Wiedererscheinen der Sonne sind in ihrer Gegensätzlichkeit von großer Wirkung. — Man schreibt uns: In Wien erregt Joffele Rosenblatt großes Aufsehen bei Fachmännern und dem Laienpublikum. Der Knabe reist in Begleitung seines Vaters und jiingeren Bruders und entwickelt im Vorbeten und sogenannten „Woilsingen" „Jüdisch sagen" ein Talent, wie es noch selten oder niemals gehört wurde. Er besitzt eine kräftige, äußerst sympathische Altstimme, eine großartig entwickelte und reine Coloratnr und eine bei feinem jugendlichem Alter faßt unglaubliche Fertigkeit im Recitiren nach alter Weise. Trotz seiner Erziehung als Chasid hat er sich das Notenlesen und einige musikalische Kenntniße angeeignet. — Man berichtet uns: Eine kleine Claviervirtuosin, die achtjährige Paula Schalit in Wien ist ein Wunderkind mit wirklichem Talent. Die Kleine kann schon improvisiren und componiren und verräth ein ungewöhnliches Compositionstalent. — Der Generaldirektor der archäologischen Ausgrabungen in Rom, Kommendatore Ciro-Nispi Laudi, hat sich dahin geäußert, daß es ihm hoffentlich bald gelingen wird, den siebenarmigen goldenen Leuchter aus dem Tempel in Jerusalem, den Titus nach Rom gebracht, und der dann später, als König Geiserich mit seinen Vandalen die ewige Stadt plünderte, in die Tiber geworfen wurde, aus dem Schlamme dieses Flusses heraufholen zu lassen. — In Wien trat der Violinvirtuose Herr Jaques Weintranb in einem eigenen Concerte im Saale Börsendorfer zuni ersten Male vor das dortige Publikum. Als preisgekrönter Schüler des Wiener Conservatoriums beim verstorbenen Direktor I. Hellmesberger nahm er seinen weiteren Unterricht bei Prof. Grün und ging hierauf nach Berlin, wo er durch Meister Joachim seine letzte künstlerische Weihe empfing. Mit brillanter Technik und schönem Ton vereinigt er Empfindung und Geschmack im Vortrage. Er spielte das Mendelssohn'sche Violinconcert, die Ciaeonna von Bach und die Ballade von Moszkowski und erzielte mit allen seinen Vorträgen nnd namentlich mit der letzteren, die von Herr Weintranb zum ersten Male in Wien anfgeführt wurde, einen solch glänzenden Erfolg, daß er mehrmals gerufen wurde und sich zn einigen Zugaben bequemen mußte. — Man berichtet aus Düsseldorf: Die Beerdigung des so plötzlich durch einen Schlaganfall verstorbenen Ober-Regisseurs Haas fand auf dem israelitischen Friedhofe statt. An deni einfachen gänzlich schmucklosen Sarge hielt der Rabbiner Herr Dr. David die Trauerrede. Er pries die Tugenden des Verstorbenen und die Treue, die er seinen Grundsätzen betvahrte. Zwar habe er an dem religiösen Leben der Gemeinde nicht Teil genommen, aber das Wesen der Religion sei die Erkenntnis und die Pflege des Schönen, Edlen und Erhabenen. Und dieser Erkenntnis, dieser

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