Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1895)
- Date
- 1895-02-01
- Page
- Seite 42 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Saloschin hat zur Ehrung des Gedächtnisses seiner verstorbenen Gattin Hem Magistrat der Stadt Berlin die Summe von hunderttausend Mark zu wohltätigen Zwecken überwiesen. — Der im hohen Alter von 80 Jahren verstorbene Kaufmann Aschenheim in Danzig hat sein ani Heumarkte belegenes großes Haus, das zu einer Art Altenheim eingerichtet ist, zu israelitischen Hospitalzwecken vermacht und gleichzeitig sein Barvermögen, das man auf ea. 200000 Mark schätzt, für denselben Zweck letztwillig bestimmt. Zinn dauernden Gedächtnis an den wohltätigen Erblasser soll das neue Hospital den Rainen „Aschenheim-Stiftung" erhallen. — Der Königliche Kommissionsrat Lippmann hat der Gemeinde in Labischin 30000 Mark, von deren Zinsen ein Rabbiner besoldet werden soll, und 3000 Mark zur Wiederherstellung des Lehrhauses, testamentarisch hinterlassen. Am 4. December waren 25 Jahre verflossen, seitdem Herr Rabbiner Dr. Ungerleider sein Amt als Rabbiner der Hauptgemeinde Berlin angetreten hat. Es wurden ihm aus diesem Anlasse von nah und ferne Beweise teilnehmender Anerkennung zu teil. — In Ratibor hat sich ein Verein für jüdische Geschichte und Litteratur konstituiert. — Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig sprach am 4. December in Berlin im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" über „Judentum und Islam". — Am 27. Rov. hielt Herr Prediger Dr. Caesar Seligmann aus Hamburg in Hannover einen Vortrag über das Thema: „Die Einwirkung des Judentums ans das griechisch-römische Heidentum". — Über „alte Religionen uub moderne Moral" hielt Herr Rabbiner Dr. Blnmenthal in Ratibor einen Vortrag. — Im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Köln hielt Herr Dr. G. Karpeles einen Vortrag über den „Rabbi von Bacharach" von Heine. — Am 13. December fand die Generalversammlung des Mendelssohn- Vereins in Frankfurt a. M. statt, in welcher nach Erledigung der laufenden Geschäfte ein Vortrag über zeitgemäße Reformen gehalten wurde. — Im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" in Hamburg hielt Herr Rabbiner Dr. Rosenthal aus Rogasen einen Vortrag über: „Drei Rüthselbücher der Menschheit" (Koheleth, Hamlet, Faust). — Man berichtet uns: Dem griechischen Generalkonsul Herrn Louis Kopp in Frankfurt a. M. wurde das Exequatur namens des Reiches erteilt. — Nach schweren Leiden ist am 25. November Herr Dr. Arnold Bodek in Berlin gestorben. Am 20. Oktober 1844 in Leipzig geboren, hat er nur ein Alter von 50 Jahren erreicht. Seine Doktvrdissertation erörterte einen interessanten Streit, dem sein Großvater S. L. Rappaport eine so bedeutsame Wendung gegeben; der Titel lautete: „Marcus Aurelius Antvninus als Freund und Zeitgenosse des R.Jehuda Hanasi" (Leipzig 1868). Nachdem Bodek schon in mehreren Gemeinden wie in Dessau u. A. mit Erfolg gepredigt hatte, entschloß er sich schließlich dennoch, den theologischen Beruf aufzugeben und sich ganz der Publizistik zu widmen. Auf diesem Gebiete hat er i» Leipzig, Berlin und Hamburg sehr Tüchtiges geleistet.