Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1893)
- Date
- 1893-11-01
- Page
- Seite 264 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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264 Die israelitische Religionslehrc, systematisch dargestellt von Dr. M. Levin, Berlin 1692. Hermann Walther. Walther und Apolant Verlagsbuchhandlung. Unter diesen: Titel liegt uns ein sorgfältig metodisch gut abgefaßtes Schulbuch für den Religionsunterricht der reiferen Jugend vor. In kurzen, reiflich durchdachten Sätzen werden hier die Lehren und Gesetze der jüdischen Religion klar und deutlich vorgetragen. Die Behandlung derselben geschieht nach drei Teilen, dem theoretischen, praktischen und historischen Teil. Der theoretische Teil bringt die Lehren von Gott, dem Menschen und der Welt, der Knlturwelt und der religiössittlichen Welt. Wir zitiren hier von S. 5 8 2 die Lehren von Gott: „Das höchste, vollkommene Sein, dem nichts verglichen werden kann, die allweise Allmacht, nennen wir Gott. Er hat den Grund nur in sich selber, d. h. er unterliegt keiner Naturnotwendigkeit, sondern ist frei, unbedingt, von nichts abhängig." (Bergt. Hamburger, Real Enciklopädie I. Artikel v. Gott.) Dagegen behandelt der zweite Teil, der praktische, die sinaitischen Gesetze, die Feste, die Pflichten des Menschen gegen seinen Nebenmenschen, die Nächstenliebe und das Gottesreich. Treffliches liefert der dritte, der historische Teil; er ist anregend und weckt zum Selbstdenken. Das Ganze schließt mit einem Anhang über den Gebetkultus, den Kalender und den Festkalender. Wir haben keinen Mangel an gedruckten Religionsbüchern, jährlich werden wir von neuen, nach verschiedenen Metoden gearbeiteten Religionsbüchern überrascht. Aber ein Buch, das in solch faßlicher Kürze die jüdische Religion in ihren zwei Hauptteilen, Lehre und Gesetz wiedergibt, fehlte noch. In der Gegenwart, wo der jüdischen Jugend in Folge der Ueberbürdung von profanen Wissensfächern uns eine kurz zugemessene Zeit übrig bleibt, ist obiges Religionsbuch ein wahres Bedürfnis und zeitgemäß. So möge dieses Buch seine verdiente Verbreitung finden. Dr. I. Die Akeda. Ein Vorbild Israels und seiner Aufgabe in der Geschichte. Zwei Reden, gehalten am Neujahrs- und Versöhnungstage 5653 in der israelitischen Religionsgemeinde zu Preßburg. Von Rabbiner Dr. Julius David, Prag, 1893. Verlag von I. B. Brandeis. Unter Anleitung der Akeda, bei; biblischen Erzählung von der beabsichtigten aber nicht ansgeführten Opferung Jsaak's durch seinen Vater Abraham, entwirft der geniale Verfasser in zwei schwungvollen, nach Form und Inhalt gleich vortrefflichen und die trübe Zeitströmung widerspiegelnden Reden ein farbensattes Gemälde von dem Entwicklungsgänge, sowie von der Cnlturaufgabe des jüdischen Stammes. Mit verständnisinnigem Geschick sammelt der Verfasser die Gedankenperlen, die über die Akeda im Midrach und in der synagogalen Poesie in reicher Mannigfaltigkeit zerstreut sind, und fügt sie vor unseren Augen zu einem Mosaikbilde zusammen, welches unser Interesse in hohem Grade fesselt und für Geist und Gemüt gleich anregend ist. Sehr wirkungsvoll sind insbesondere die Apostrophen auf Seite 17 und 31. Beide Reden zählen zu den besten Erzeugnissen der jüdischen Kanzelberedsamkeit und verdienen darum die größte Verbreitung, die sie ohne Zweifel auch finden werden. Jglau. Rabbiner Dr. I. I. Ungar. Inhalt: Reden, gehalten am Neujahrsfeste und Versühnuugstnge des Jahres 1893 tu Frankfurt a. M. von Rabbiner Dr. Adolf Brüll. — Verein zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen zu Franksurta. M. — Judentum und Antisemitismus. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. --Referate und Mitteilungen.—Inserate. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kontmission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Aufsarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidensteiir), sämtlich in Frankfurt aut Main.