Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1893)
- Date
- 1893-11-01
- Page
- Seite 257 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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257 Breslau: Folgende Verfügung der Schuldeputation in Breslau vorn 18. August 1893 verdient in weiteren Kreisen bekannt zu werden: „Die hiesige Königliche Regierung hat im Einvernehmen mit dem Kgl. Provinzialschul - Collegium anerkannt, daß der von dem Rabbiner Dr. Pinkus Neustadt in der von ihm geleiteten Anstalt erteilte Religionsunterricht den Anforderungen der jüdischen Religionsgesellschaft in gleichem Maße entspricht, wie derjenige der an den hiesigen höheren Lehranstalten beschäftigten jüdischen Religionslehrer und wie der Unterricht in den von der ^hiesigen Synagogengemeinde unterhaltenen Religionsschulen. Demzufolge ist es gestattet, Schüler, Schülerinnen, welche in der Dr. Neustadtschen Anstalt Religionsunterricht erhalten, von dem gleichen Unterricht in der Schule, der sie angehören, auf Grund eines bezüglichen Ältestes das Dr. P. Neustadt zu entbinden." — Am 17. Oktober waren es 100 Jahre, seitdem I. N. Mannheimer in Kopenhagen geboren wurde. Durch seine vierzigjährige Thätigkeit als Prediger in Wien hat er sich um diese Gemeinde und das Gesamtjudentum unsterbliche Verdienste erworben. — Am 15. August trat Herr Dr. I. Freimann sein Amt als Rabbiner in Holleschan an. - Am 29. August starb in Preßburg Frau Karoline Horowitz, die Witwe des sel. Wiener Rabbiners, Lazar Horowitz. Sie wurde in Wien beigesetzt und Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann widmete ihr einen ehrenden Nachruf. — Am 18. September starb Frau Rachel Jellinek, eine Schwiegertochter des Herrn Dr. Adolf Jellinek in Wien. Sie entstammte einer sephardischen Familie in Marokko. —- In Lemberg starb Herr Israel Rall der geniale Uebersetzcr der Werke Ovid's, Horaz's Virgil's, Luczrez's und Juvenals ins Hebräische, — In Lomnitz wurde am 15. August die hundertjährige Feier des Bestandes des dortigen Tempels festlich begangen. — In Wien-Josefstadt feierte Herr Rabbiner Wollner sein fünfundzwanzigjüriges Jubiläum. — Unter den Deputationen, die den Fürsterzbischof Dr. Kohn in Bisenz begrüßt haben, befand sich auch eine Deputation der israelitischen Kultusgemeinde. Auf die Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. Jacob Spira antwortete er: „Seien Sie versichert, daß ich stets im Geiste meiner heiligen Kirche, die ja Liebe lehrt, wirken werde, und daß ich stets treu bleiben werde den Traditionen meiner Vorgänger, die ja auch in diesem Sinne wirkten." In Picsling wurde am 4. September Herr Dr. Fraukl in sein Amt als Rabbiner eingefiihrt. In Kleinpest feierte jüngst der katholische Pfarrer Herr Anton Ribenyi sein Jubiläum und eine Deputation der Kleinpester israelitischen Gemeinde erschien, den Jubilar als einen Vorkämpfer für die Ideen der Toleranz und Nächstenliebe zu stier» und ihm namens der jüdischen Gemeinde einen prächtigen silbernen Lorbeerkranz zu überreichen. Ribenyi dankte tief bewegt für diese Ovation der israelitischen Gemeinde. -- In Eger starb am 10. August Herr Dr. Sigmund Elkan, geboren den 5. Januar 1863 in Strakvnitz, der frühere Herausgeber der in Wien erscheinenden Zeitschrift „Selbst-Emancipation" Organ der Zionisten. — In Paucsova wurde Herr Dr. Kelcmcn bisher in Nagy-Ätad zum Rabbiner gewählt und in Horn Herr Dr. Adolf Schacchter. — Unter dem Titel „Minchah-chadaschah" ist von Herrn Selig Lanterbach in Drohobycz eine Pessachhagadah erschienen, die sich seinen anderen wertvollen Arbeiten würdig anreiht. Es ist dies umsomehr anzuerkennen als Herr Lanterbach, Kaufmann von Berus, in seinen Mußestunden dein Studium der jüdischen Litteratur ergeben ist. In Wien wurde am 1. September Herr Rabbiner Dr. Gelbhnus in sein Amt als Prediger im Tempel des IX. Bezirkes feierlich eingeführt. — In Miihrisch- Ostrau starb unser geschützter Mitarbeiter Herr Rabbiner Dr. Zimmels im Alter von 32 Jahren. Er ist weiteren Kreisen durch seine wertvolle Monographie