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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-11-01 · Heft 11 (1.11.1893) · p. Seite 255

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 11 (1.11.1893)
Date
1893-11-01
Page
Seite 255 (sequence 15)
Language
German
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255 seiner rabbinischen und pädagogischen Wirksamkeit auch eine rege litterarische Thätigkeit. Am bekanntesten ist sein Hauptwerk: „Die Sittenlehrer des Judentums anderen Bekenntnissen gegenüber", welches 1878 in zweiter vermehrter Auflage erschien. Genanntes Werk legt Zeugnis ab von seiner Duldsamkeit gegenüber anderen Bekenntnissen. Als guter Redner war der Heimgegangene weit über die Grenzen des Bezirks hinaus bekannt und hochgeschätzt. Das große Ansehen und die Hochachtung, welche dem Verstorbenen sowohl seitens seiner Schüler und Glaubensgenossen als auch von Seiten seiner Mitbürger und Vorgesetzten entgegengebracht wurden, rechtfertigen die aufrichtige Teilnahme, welche sein Tod hervorgerufen. — In Emden wurde Herr Dr. Löb aus Rawitsch zum Landesrabbiner gewählt. — Als Nachfolger D. Cassels an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin ist Herr Dr. Schreiner vom Pester Rabbinerseminar, ein junger freisinniger Theologe, der bereits in wissenschaftlichen Journalen Proben seiner Kenntnis in oriental. Sprachen niedergelegt hat, in Aussicht genommen. — Der hundertste Geburtstag des Begründers der Berliner jüdischen Waisenanstalten für Knaben und Mädchen, Barnch Auerbach ist am Sonntag, den 13. August auf dem Friedhofe, Schönhauser-Allee, von dem Baruch-Auerbach-Verein, den ehemaligen und jetzigen Zöglingen der Anstalten, wie von Freunden und Gönnern desselben durch eine Gedenkfeier Vormittags 11 Uhr gefeiert worden. — Ferida die neunjährige Tochter Emin Paschas, die seit einiger Zeit in der Obhut ihrer Tante, des Frl. Melanie Schnitzer weilt, bildet in Neissc den Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit. Das sehr schwächliche Mädchen weist eine unverkennbare Aehnlichkeit mit dem Vater ans, von dem sie den regen Geist und großes Sprachtalent geerbt hat. Die kleine Ferida spricht arabisch, englisch, französisch, italienisch und deutsch, letzteres nicht so gut wie arabisch, aber besser wie die übrigen europäischen Sprachen, wie auch die Tochter Emins mit Stolz betont, sie sei eine Deutsche. Als solche wird sie, sobald sie sich von der Reise erholt und sich an Klima und Verhältnisse einigermaßen gewöhnt hat, auch erzogen werden. Für die Zukunft seines einzigen Kindes hat Emin Pascha vor seinem letzten verhängnisvollen Zug durch Niederlegung einer bedeutenden Geldsumme in Bagamoyo Sorge getragen. Welcher Cvnfession die Tochter Emin's, der eigentlich Isaak Schnitzer hieß, angehört, ist nicht bekannt geworden. - Durch Allerhöchste Kabinets-Ordre, d. d. Saßnitz 23. Juli, sind dem Verein „Freunde der Taubstummen Jedide Jlmim" in Berlin die Rechte einer juristischen Person verliehen worden, „mit der Maßgabe, daß die Anstellung des Leiters und der Lehrer der dem Verein gehörigen Taubstummen-Anstalt der Genehmigung der staatlichen Aufsichtsbehörde unterliegt. — In Frankfurt a. M. fand am 27. August die Jahresversammlung des Vereins israelitischer Lehrer im Großherzogtum Hessen statt. — In Hildesheim wurde am 31. August das 225 jährige Bestehen der dortigen Chewrah-Kadischa (Beerdigungsverein) gefeiert. Die Festrede hielt Herr Landrabbiner Dr. Lewiusky. — Synagogen wurden eingeweiht: Am 1. September in Bistritz, am 4. in Osterrode und Frankfurt a. M., am 5. in Hayuan, am tt. in Worfelden, am 7. in Pilsen und Buck, am 8. in Holleschau, Königsberg, Wien und Baltimore. — Am 14. August hat Herr Dr. Frendenthal sein Amt als Rabbiner in Dessau angetreten. — Frau Cecilie Heine zu Paris, die Großnichte des Dichters, spendete dem Betty-Heine-Krankenhaus in Hamburg gelegentlich des fünfzigjährigen Bestehens desselben 40,000 Mark. — In einer Abhandlung: „Notizen zur Diabetessterblichkeit in Frankfurt«. M." gibt Herr Dr. Wallach in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" einige sehr interessante Details. Danach finden sich in einem Zeit-

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