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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-10-01 · Heft 10 (1.10.1893) · p. Seite 234

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 10 (1.10.1893)
Date
1893-10-01
Page
Seite 234 (sequence 18)
Language
German
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teilweise zertrümmert. Wie man uns berichtet ist diese Ruchlosigkeit nicht von den Antisemiten ausgegangen. — Man schreibt uns: Eine hübsche Illustration zu dem Aufsätze „Jüdischer Antisemitismus", den wir jüngst (in Nr. 8 dieses Jahrganges, S. 185) brachten, findet sich in einer Briefkasteunotiz des Berliner Tageblatts vom 20. Juni 1808. Es wird daselbst mitgeteilt, daß ein Vorstandsmitglied der israelitischen Kultusgemeinde von Gnhran (Regbez. Breslau», Namens Jonas einen antisemitischen Wahlaufruf unterzeichnet hat. — Am 15. Juli starb in Lemberg der pensionierte Schuldirektor Herr Tr. Bernhard Sternberg, der als Schuliuspeetor bis an sein Lebensende thätig war. Er kämpfte stets für Licht und Aufklärung und trat mit Mut und Begeisterung für die Ideale des inodernen Judentums ein. — Für die Stelle eines Professors für jüdische Geschichte und Exegese an der jüdisch-theologischen Lehranstalt in Wien ist Herr Tr. Adolf Büchler berufen worden, der seine Studien an der Landesrabbinerschule in Budapest vollendet hat. — Tie „Wiener Zeitung" publicirt die amtliche Meldung, daß Herr Max Jndd das Exequatur als Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Wien erhalten hat. — Ter gewesene Herausgeber der „Modernen Rundschau" in Wien, welche während ihres kurzen Bestandes den Mittelpunkt der dortigen realistischen Schriftsteller bildete, Herr Eduard M. Kafka, ist in Brünn im jugendlichen Alter von 25 Jahren gestorben. — - Am 2. Anglist lvurde das Grabmomnnent für die sel. Frau Rosalie Jclliiick in Baden bei Wien fertig gestellt. Anwesend ivare» die Mitglieder der Familie Jellinek; der Vorstand der Chewra-Kadischa war durch Herrn Raudnitz vertreten. Herr Rabbiner Reich hielt eine ergreifende Ansprache, die im Drucke erschienen ist, und Herr Cantor Schon trug die Seelengebete in feierlicher Weise vor. — In Egcr wurde die neuerbaute Synagoge feierlich eingeiveiht. Herr Rabbiner Tr. Popper vvllführte die eereinonielle Weihe und Herr Tr. Ziegler aus Carlsbad hielt die Festpredigt. —- Man berichtet uns: Frau Oberrabbiners Wwe. Eva Naschör, welche zur Kräftigung ihrer Gesundheit im Bade Palics verweilte, ist dort in noch nicht vollendetem 72. Lebensjahre in den Armen ihrer herbeigeeilten Kinder am Sabbath, den 5. August sanft verschieden. Mit Ihrem sel. Gemahl, dem unvergeßlichen Oberabbiner Moises Nascher ivar sic in überaus glücklicher und beglückender Ehe vereinigt, ihren Kindern ein leuchtendes Vorbild der Sanftmut und Temut, häilslicher Tugend und wahrer duldsamer Frömmigkeit. Als Tochter des berühmten sel. Oberrabbiners Rabbi Bernhard Simandl aus Liptv St. Micklvs entstammte sie einer hoehangesehenen altjüdischen Gelehrten Familie nnsercs Landes. Ihr Großvater R. Samuel Kohen aus Batiz Basvary war Oberrabbiner, Schnlhalipt und Großgrundbesitzer zugleich. Mustergültig ivar die Verklärte in der Vertretung ihrer Häuslichkeit, ihres Standes und in stiller Ausübung der Wvhlthätigkeit. Der Abend des Lebens dieser „Mutter in Israel" ivar verklärt durch die Liebe ihrer Kinder, durch hochherzige Fürsorge der Jsr. Gemeinde und des Jsr. Franenvereins zu Baja, dessen Ehrcn-Mitglied die Verblichene ivar. Eine tieferschütterte Tranergemeinde und eine Schar edler Frauen gab der teueren Toten am 6. Augilst in Baja das Ehren-Geleite z>cr letzten Ruhestätte. Tie Tranerfeier bestand in einer ergreifenden Gedächtnisrede des Herrn Rabbiners Tr. Adler und in herzbeivegenden Gesängen des Ober-Eantvrs Berger, während der älteste Sohn der Unvergeßlichen, der Oberrabbiner und Professor Tr. S. Naschür aus der Tiefe des Herzens und Schmerzes der teuersten und besten Mutter hu Namen der Familie Worte des Abschiedes geividmet hatte. Möge das Angedenken der edlen Fran gesegnet sein! — In Budapest starb am 4. Juli in Folge einer Gehirnerschütterung der Redakteur des „Un-

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