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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-10-01 · Heft 10 (1.10.1893) · p. [Seite]

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 10 (1.10.1893)
Date
1893-10-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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o n iiet? zue Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Begründet und herausgegeben von Rabbiner I>r. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6. per Jahr. Zll beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 13. Jahrgang. Frankfurt a. M>, den 1. Oktober 1893. Kummer 10. Schütze dein Kaus! Rede an die deutschen Israeliten von Gustav Eichen grün. Dräuend ziehen sich die Wolken am Himmel zusammen. Der Wind fegt über Wald und Flur, durch Straßen und Gassen. Der Blitz zuckt durch die Lüfte, und der Donner, sein wildheulender Gesell, tobt und tost. Der ängstlich umherflatternde Vogel sucht sein Nestchen, der Fuchs seine Höhle. Bangend und bebend sitzt der Mensch in seinem Hause, Fenster und Luke hat er gegen Sturm und Regen geschlossen. Zitternd sehen die unmündigen Kleinen zum ernsten Vater, zur betenden Mutter. Immer schneller folgen Blitz und Donner, immer heftiger strömt der Regen, es ist, wie wenn die furchtbaren Elemente des Himmels, sich gegen Erde, gegen Mensch und Tier bis aus den Tod verschworen hätten. Zum Himmel will der Staubgeborene blicken, den Schöpfer um Hülfe null er anrufen — da, ein greller Blitz, daß von der allgewaltigen Flamme der ganze Horizont erleuchtet ist. Nicht ertragen kann der Irdische das Himmelslicht, sein Auge, das er hilfesuchend nach oben richtete, senkt er schnell zur Erde. Zürnt ihm denn der Himmel? Verschmäht er sein Gebet? — Und doch hat der Himmel sein Gebet für empfangen angenommen, der Regen läßt nach, noch blitzt es hie und da wieder, aber erst nach geraumer Zeit hört man den Donner, dumpf und ohnmächtig, wie der Tiere König, verscheucht vom kühnen Jäger, vom Waldesdickicht her seine Stimme erschallen läßt. — Hinaus in's Freie tritt der Mensch, geschwunden ist die drückende Schwüle, Baum und Strauch stehen jugendfrisch da, wie wenn der Mai sie just geboren hätte, das Blümchen, das vordem sein Köpfchen matt zur Erde senkte, blickt mit jungfräulicher Schöne froh umher, ein würziger Duft, Herz und Geist erfrischend und belebend, strömt aus Baum und Strauch, von Blatt und Blume. Was Blatt und Blume, Baum und Strauch, Erd' und

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