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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-08-01 · Heft 8 (1.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 8 (1.8.1893)
Date
1893-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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floptän - lvisseiiscImMrIiq zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Begründet und herausgegeben von Rabbiner Dr. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 13. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. August 1893. Kummer 8. Mosessor K. SLeinthat'. Von Dr. D. Selver (Darmstadt). Unser Jahrhundert, das so oft als materialistisch und realistisch geschildert wird, und das man vorzugsweise als das Jahrhundert der höchsten Triumphe der Naturforschung ansieht, ist gleichwohl auch eine Glanz-Epoche der Geisteswissen schäften. Nicht nur sind die älteren Zweige derselben, wie Geschichtsschreibung, Altertumskunde, litterarische Kritik, Wissenschafts- und Kulturgeschichte gerade in unserem Jahrhundert zu einer früher nicht gekannten Blüte gelangt, sondern auch neue Zweige sind dem Erkenntnisbaume dieser Wissenschaften entsprossen und haben herrliche Früchte gezeitigt. Einer dieser neuen fruchtbaren Zweige ist die „Allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaft;" und einer der hervorragendsten Meister derselben ist H. Steinthal,*) geboren den 16. Mai 1823 in Gröbzig im Anhaltischen. Mit dieser Kennzeichnung Steinthals ist aber dessen Bedeutung keineswegs erschöpfend angegeben. Gar Vielen, die von Steinthals Leistungen auf specifisch sprachwissenschaftlichem und sprachphilosophischem Gebiete absehen oder von denselben keine rechte Vorstellung haben, ist er vornehmlich der Begründer oder Mitbegründer der Völkerpsychologie, der tiefgründige Denker, der als exakter psychologischer Forscher mit Männern wie Hermann Lotze und Wilhelm Wundt in eine Reihe tritt. Und wieder einem anderen Teile des Publikums, ') Das lateinische Lectionsverzeichnis der Berliner Universität, an der Steinthal seit 1863 Professor ist, schreibt den Bornamen Hajim; ebenso lautet der Vorname im Autoren-Register zum XX. Bd. der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft. Die Lexika von Mayer und Brokhaus dagegen schreiben Heymann Steinthal. Theodor Benfey in seiner von der historischen Kommission der kgl. Akademie zu München veranlaßten Geschichte der Sprachwissenschaft giebt Heinrich als Bornamen Steinthals an; ebenso G. v. d. Gabelentz, Die Sprachwissenschaft etc. u. A. —

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