Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1893)
- Date
- 1893-07-01
- Page
- Seite 168 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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168 auf die neue Lieferungs-Ausgabe von Auerbachs Schriften nehmen jederzeit die meisten Buchhandlungen entgegen und werden die bereits erschienenen Hefte nachgeliefert. — Urkunden zur Geschichte der neueren deutschen Literatur I. „Briefe von Heinrich Heine an Heinrich Laube." Herausgegeben von Eugen Wolfs. (Dreslan, Schlesische Buchdruckerei, Kunst und Verlagsanstalt v. S. Schottlaender.) Preis: Geheftet Mk. 1.50; gebunden Mk. 2.50. Auch Heine ist — wie Göthe — nicht ganz von jenen litterarischen Krämern verschont geblieben, die aus den werthlosesten gleichgiltigsten Documenten, die keinen andern Vorzug haben, als den, an einen großen Namen geknüpft zu sein, Kapital zu schlagen beflissen sind. Mit derartigen Publicationen darf die vorliegende nicht auf eine Stufe gestellt werden. Die in diesem Bändchen mitgeteilten, bisher unbekannten umfangreichen Briefe an Laube sind inhaltlich wie formell von hohem Werte. Sie liefern wertvolles Material zur Beurteilung von Heines Charakter und schildern das Verhältnis des Pariser Aristophanes zu seinen Eltern und zu andern Persönlichkeiten, namentlich Gutzkow, und endlich zu Laube sehr anschaulich. Der Herausgeber Eugen Wolfs hat einen eingehenden Commentar zu den Briefen geliefert, die unter den Heine-Publicatioueu der letzten Zeit ganz besondere Beachtung verdienen. — In Paris erschien Anatole Leroy-Beaulieus Werk „Le8 juifs et l’antisemitisme" bei Levy Eallmann. Einzelne Capitel daraus hatte die „Revue des Deux Mondes” gebracht. In der Vorrede sagt Leroy-Beaulieu, dieses Buch hat ein Christ und Franzose geschrieben.. Frankreich muß seiner Tradition der Gerechtigkeit und Freiheit treu bleiben, das ist die einzige Größe, der einzige Reichtum, welche uns das Waffenglück nicht rauben kann. Der Antisemitismus entspricht weder unseren Principien noch unserein Nationalgeist. Im Antisemitismus findet man alles Mögliche, Altes und Neues, Mittelalterliches neben chimärischem Socialismus, reactionäre Jnstincte und revolutionäre Leidenschaften. Wir müssen wieder einmal gestehen, daß wir zu viel von der Vernunft erwartet, der Civilisation zu sehr vertraut hatten. Ferner heißt es in der Schrift: Wenn alle Juden aus Frankreich verbannt, aus Europa verschwunden wären, Frankreich wäre darum doch nicht wohler. Der Antisemitismus täuscht und blendet uns und will uns glauben niachen, das Uebel sei außerhalb unseres Körpers. Aber es ist in uns selbst. Leroy-Beaulieus Buch zeigt weder günstige, noch ungünstige Voreingenommenheit gegen die Juden, es behandelt die Judenfrage mit Kälte, aber von hohem Standpunkte. Es wäre zu wünschen, daß dieses ausgezeichtnete Werk durch eine deutsche Uebersetzung weiteren Kreisen zugänglich gemacht werde. Inhalt: Reden, gehalten bei der llebcrgabe des Grabdenkmals des sel. Herrn Rabbiners Dr. Nehemias Brüll. — Ueber den Humor in der jüdischen Litteratur. Von Dr. M. Grünwald, Großrabbiner von Bulgarien. Vortrag, gehalten im Afike Jehuda Verein (Verein für Verbreitung der Wissenschaft des Judentums) in Prag am 4. März 1893. (Schluß). — Deutsch und Jüdisch von Rechtsanwalt Dr. Emil Lehmann. (Fortsetzung). — Monatsschan. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. — Inserate. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Di-. AdolfBrüll; in Komission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Aufsarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.