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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-06-01 · Heft 6 (1.6.1893) · p. Seite 144

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 6 (1.6.1893)
Date
1893-06-01
Page
Seite 144 (sequence 24)
Language
German
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144 Werk, das bereits in's Hebräische, Französische, Englische und Russische übersetzt wurde, zeichnet sich durch Beherrschung des Stoffes aus, der nicht trocken behandelt wird und durch Feuer in der Darstellung, das den Leser oft zur Begeisterung entflammt. Wir sind der rührigen Verlagsbuchhandlung zu Dank verpflichtet für die in schöner Ausstattung vorliegende Neuausgabe dieses herrlichen Werkes und zweiflen nicht, daß es in den weitesten Kreise mit Freude begrüßt und viel angeschafft werden wird, besonders auch in Schul- und Gemeindebibliotheken. Das Werk soll in 100 wöchentlichen Lieferungen ü 80 Pf. erscheinen. Dem ersten Hefte ist ein gelungenenes Stahlstich-Portrait des Herrn Prof Graetz nebst seiner Biographie von Dr. Rippner beigegebeu. — Freiheit, Liebe, Menschlichkeit! Ein Manifest des Geistes von hervorragenden Zeitgenossen ist der Titel eines im Verlage von I. van Groningen ck Go. 1893 in Serlin erschinenen Prachtwerkes. Die Führer des Humanismus unter einer Fahne zu vereinigen im Kampfe gegen den Antisemitismus, ist der leitende Gedanke des herrlichen Werkes. Die stillen Denker und Dichter treten auf den Plan und schwingen die blanken Waffen der Humanität. Das Werk ist von hervorragender cultureller Bedeutung, es ist ein gewaltiges, beredtes Zeugnis für die unverwüstliche Lebenskraft geistbefreiender Gedanken und es sollte in keines Hauses Bücherschatz fehlen, dieses Manifest des reinen Menschtums. Wir werden in vorliegender Schrift zu einer sonnigen Geisteshöhe geführt. Es würde zu weit führen, wollten wir hier Auszüge aus diesem Werk bringen, nur einige kurze Sätze mögen hier hervorgehoben werden, die auf das Ganze schließen lassen: Der Antisemitismus ist die Modekrankheit des geistigen Pöbels (Rudolf Baumbach). Ein schlechter Jud, ein böser Christ der Teufel hol' sie beide (Victor Blüthgen). Wenn ein Volk ein anderes Volk haßt, erkennt es damit dessen Ueberlegenheit an ... . der Antisemitismus geht überall Hand in Hand mit Beschränktheit, geistiger Inferiorität und sittlicher Verkommenheit (Leopold von Sacher Masoch). Vom Hasse gezeugt, von der Dummheit geboren, von der Schlechtigkeit erzogen stellt der Antisemitismus eine Mißgeburt des menschlichen Geistes dar (Dr. H. v. Hebra). Auch edle Frauen erheben iu diesem Buche ihre Stimme gegen Niedertracht und Rohheit des Gemütes. So schreibt.^ Gräfin Schwerin aus Königsberg in Preußen „Das, was die Menschen trennt, was Rassenhaß und Verfolgungssucht erzeugt — das Dogmatische — ist nicht Religion; die wahre Religion ist der Glaube an den einigen Geist der Wahrheit und Liebe, der unabhängig von Glaubenssatzung und Bekenntnis als das Ewiggleiche in Allen lebt". Möge dieses herrliche Werk, bestinimt den Geist zu erleuchten und das Herz zu erwärmen, in die weitesten Kreise dringen. Inhalt: „Nicht sterbe ich, nein, ich lebe und erzähle die Thaten Gottes." Predigt, gehalten am zweiten Pesachtage IM von Dr. Bogelstein in Stettin. — Adolphe Franck, geb. in Liocourt (Departement de la Mcurthc) am 9. Oetober 1809, gestorben in Paris am 11. April 1893. Ein Gedenkblatt von Dr. M. Grünwald Oberrabbiner von Bulgarien. — Deutsch und Jüdisch von Rechtsanwalt Dr. Emil Lehmann. (Fortsetzung). — Gabriel Riesser-Album. — Monatsschan. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. — Inserate. f Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf B rüll; in Komission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. LV. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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