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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-05-01 · Heft 5 (1.5.1893) · p. Seite 119

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 5 (1.5.1893)
Date
1893-05-01
Page
Seite 119 (sequence 23)
Language
German
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kaiserliche Rat Herr Wilhelm Frankel, ein Bruder des Dichters L. A Frankel. Von dem Verstorbenen ist auch ein Trauerspiel „der Grabstein" im Drucke erschienen. — Am 26. März starb in Serlin Herr Wilhelm Eollin, dem wegen seiner außerordentlichen Leistungen auf knnstgewerblichem Gebiete viele Anerkennungen zu Teil wurden. — In Krag starb die Malerin Frl. Adele Dindeles, ' welche obwohl erst zwanzig Jahre alt, in den letzten Jahre durch ihre gelungenen geschmackvollen Arbeiten, Genreskizzen, die Aufmerksamkeit der kunstfreuudlichen Kreise auf sich gelenkt hat. In der letzten Ausstellung des „Coucordia-Vereins" that sich Frl. Bindeles durch ein ausgezeichnetes Fruchistück hervor, das in der Behandlung der Trauben an Meister Monteverde erinnerte. — Die „New Jork Staatszeitung" schreibt: Herr Dr. S. Wolfenftein, der Superintendent des jüdischen Waisenhauses, ist von der Säugerfestbehörde i» Cleveland einstimmig zum Festpräsidenten erwählt worden. Bis jetzt haben sich über hundert Vereine mit über 3000 Sängern angemeldet. — Die bekannte Sängerin, Frl. Jettka Finkenstnn, Tochter des Herrn Obercantors in Posen hat sich mit Herrn Benno Pulvermacher, Kapellmeister in Breslau, verlobt. — Fräulein Theodora Eohen, eine junge Bildhauerin, macht gegenwärtig in Floren; viel von sich reden. Ihre Erzeugnisse erfreuen sich des Beifalls großer Meister. — Zum zweiten Cantor in der Synagoge me rle la Victoire in Paris wurde Herr Haymann aus Nancy gewählt. — Der Mendelssohn-Verein in Dresden, zu dessen Mitgliedern auch König Albert und Prinz Georg, sowie auch eine Anzahl angesehener Christen zählen, hat im abgelaufenenen Rechnungsjahre wieder Studirende der Medizin, Theologie, des Kuustgewerbes, des Konservatoriums, sowie Handwerkerlehrlinge unterstützt und auch Darlehen zur Unterstützung von Geschäfts- resp. Gewerbetreibenden gewährt. — Das Worih Gottlieb'sche Gemälde „Betende Juden" ist in den Besitz des Herrn Generalkonsuls Kaphael Eisenmann in Kerlin übergegangen. — Herr Dr. Rottenberg, bisher Kapellmeister in Kriinn, wurde an Stelle Dessof's, für das Opernhaus in Frankfurt a. W. eugagirt. — Herr Selmar Eerini, der vielgenannte Cantor aus Sreslau, gastirte jüngst als Eleazar und Raoul in Main;. Er hat durch seine glänzende Stimmmittel Aufsehen erregt und ist ein Engagement für die dortige Bühne in Aussicht. — Man schreibt uns aus Nürnberg: Aus der Geheim- Kanzlei Seiner Königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern erhielt Herr Oberkautor Worih Rosenhanpt Hierselbst folgendes Dankschreiben: „Euer Wohlgeboren beehre ich mich mitzuteilen, wie Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent den von Ihnen für gemischten Chor komponierten „Priestersegeu" mit besonderem Wohlgefallen entgegengenommen und mich zu beauftragen geruht haben, Euer Wohlgeboren für die. durch diese Vorlage wiederholt bewiesene treuergebene Gesinnung Allerhöchst ihren huldvollsten Dank zum Ausdrucke zu bringen. Mit vorzüglicher Hochachtung Frhr. v. Zoller, Generalmajor, Generaladjutant." — lieber eine Prüfung welche jüngst in Wien Anton Rubinstein mit einen kleinen Kuustgeuossen vornahm, ivird uns berichtet: Der jugendliche Pianist Poldi Spielmanu genoß die Auszeichnung, von dem Meister empfangen zu werden. Rubinstein interesiirte sich lebhaft für den begabten Knaben und begann eine eingehende Prüfung iiber dessen musikalische Ausbildung. Er ließ ihn zunächst die Töne auf dem Clavier und Accorde erraten, stellte an ihn Fragen über die Musiklehre und Theorie und legte besonderes Gewicht darauf, ob der Kleine die alten Meister, wie Beethoven, Bach, Haydn rc-, kenne. Darauf ließ er ihn eine der schönsten Compositionen von Haydn, das „Andante variee“, Vorspielen Rubinstein war entzückt über die Vortragsweise des Knaben, lobte ihn wieder-

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