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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-05-01 · Heft 5 (1.5.1893) · p. Seite 114

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 5 (1.5.1893)
Date
1893-05-01
Page
Seite 114 (sequence 18)
Language
German
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Wirksamkeit dieses segensreichen Vereins entwirft. Trotz der von Jahr zu Jahr sich mehrenden Unterstützungsgesnche, war es das eifrige Bestreben der rührigen Verwaltung, den Betrag eines Anteils nicht herabzumindern; es ist derselben vielmehr gelungen, die einzelne Quote auf derselben Höhe zu erhalten, wie in den vorhergehenden Jahren, so daß bei 76 Gesuche» (gegen 68 im Jahre 1891) die Summe der Jahresunterstützungen sich auf Mk. 13,790 belief. Dazu kommen noch die im Laufe des verflossenen Jahres aus dem Reservefoud verabreichten Mk- 1840, so daß am Ende des Jahres 1892 die Gesammtsumme der Unterstützungsgelder Mk 15,630 beträgt. Das Vereinsvermögen beläuft sich bereits nach dem Nennwerthe auf Mk. 190,294. - Der 15. und 16 Jahresbericht des Mädchenstifts in Frankfurt a. W. für die Jahre 1891 und 1892 ist erschienen. Die Zahl der Pfleglinge belief sich, da die Plätze der Anstretenden sofort besetzt wurden, unverändert auf 24, welche sich im Alter von 16— 24 Jahren befinden. Von den in den beiden letzten Jahren Ausgetretenen haben fünf teils in Frankfurt a. M. teils auswärts gute Stellen in Geschäften gefunden. Die Ausgaben betrugen im Jahre 1891, 21,543 Mark, im Jahre 1892, 16,584 Mark. — Der israelitische Krankenunterstützungsverein in Frankfurt a. W. (gegründet 1843) veröffentlicht seinen neunundvierzigsten Jahresbericht für die Jahre 1890—1892. Mit dem Jahre 1893 tritt der Verein in sein fünfzigstes Jahr und feiert zugleich den hundertjährigeil Geburtstag seines unvergeßlichen Stifters, Isaak Marcus Jost. Dem Berichte ist ein Gedenkblatt beigegeben, welches in Kürze den hervorragenden Verdiensten dieses Gelehrten gerecht wird. — In der General-Versammlung des „Vereins zum Schutz der Tiere" in Frankfurt a M. bemängelte jüngst der Vorsitzende, Herr Direktor Labes, die Fassung des Tierschntzparagraphen im Strafgesetzbuch. Es müßte eine Schranke gezogen werden, über die hinaus das Recht des Menschen über die Tiere nicht geben dürfe. Herr Ad. Kaumann erwiderte, es könne eine Grenze geben, wo der Tierschutz in Menschenquälerei ausarte. Er erinnere nur an die Vivisektion und das Schächte». Erstere sei für die Menschheit notwendig Eine ganze Reihe wissenschaftlicher Koryphäen behaupte zum zweiten Punkt, daß das Schächten eine weniger qualvolle Tödtungsart sei, als das Schlagen und die Schlachtmaske. Herr Direktor Labes verwahrte sich dagegen, an die beiden Dinge gedacht zu haben. — Bei der Volkszählung von 1890 hatte das deutsche Reich 567884 jüdische Einwohner gegen 563172 im Jahre 18c5 — In Dülseldorf hat Herr Dr. David sein Amt als Rabbiner angetreten. — In Frankfurt a. W. ist ein „Verein für jüdische Krankenpflegerinnen" ins Leben gerufen worden, der auf Erfordernis auch unentgeltlich dem Publikum ohne Unterschied der Konfession zur Verfügung stehen sollen. Wir empfehlen diesen neugegründeteu Verein der regen Teilnahme der weitesten Kreise. — Die Realschule der israelitischen Gemeinde ill Frankfurt a. M. war von 382 Knaben und 210 Mädchen besucht- Dem Programm geht eine wertvolle Arbeit des Herrn Oberlehrers Gustav Wertheim „die Arithmetik das Lila Misrachi" voran. — Am 6. April wurde Herr Dr. Weiße in sein Amt als Rabbiner von Scrlin feierlich eingeführt. Am 7. hielt er seine Antrittsrede über „Ich gehöre meinem Freunde und mein Freund gehört mir au." — Der diesjährige Bericht der isr. Religionsschule zu Kiel enthält als Beilage „Papsturkunden." Ein Beitrag zur Geschichte der Juden, aus Archiven mitgeteilt von dem Schuldirigenten Herrn Dr. W Stern. — Der Antisemitismus hat auch seine gute Seite, er hat den Jndifferentismus gebrochen, dem sich die Juden Hingaben. Männer, die sonst dem Judentum gegenüber gleichgültig geblieben wären, treten

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