Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1893)
- Date
- 1893-02-01
- Page
- Seite 45 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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%$eaUx, Musik und bildende Kunst Im Opernhause zu Frankfurt a. W. gelangte die einaktige Oper „Gringoire" von Ignatz Hriill, zu der Victor Käon den Text gedichtet, zur Aufführung und erfreute sich von Seiten des Publikums einer lehr gewogenen und warmen Aufnahme. Herr Uawiaskq hat die Titelrolle „Pierre Gringoire" mit bewährter Tüchtigkeit gegeben und durch Gesang und Spiel sich ausgezeichnet- — Man berichtet uns: Unter dem Theaternamen Irma Gol; hat Fräulein Irma Goldstein, die jüngste Tochter des Herrn Obercantors Jofef Goldstein in Wien, am Landestheater in Krag als „Lucia von Lanimermoor" ihre Bühnencarriere begonnen und trotz ihrer Jugend — Fräulein Golz ist erst 19 Jahre alt — schon bei ihrem ersten Auftreten einen durchschlagenden Erfolg erzielt, der auch ein fixes Engagement herbeiführte. Die Debütantin wurde vom Publikum durch zahlreichen Beifall ausgezeichnet. Was bei dieser jugendlichen Sängerin, die zum erstenmal auf den Brettern stand, einnehmend wirkte, war nicht blos ihr liebliches und einnehmendes Singen, sondern auch das abgerundete Spiel und das sichere Eingehen auf das Situationsgemäße der Handlung. Die Sängerin ist eine Schülerin des Wiener Gesangsprofessors Löwenstamm. — Mau schreibt uns: Im Karl-Theater in Wien wurde unter dem Titel „Wiener Feiertage" ein Lustspiel aufgesührt, in welchem das wüste Treiben der Antiseniilen beleuchtet wird. Das Stück fand großen Beifall, die Zuhörer kamen aus dem Lachen nicht heraus. — Am 5- Januar veranstaltete Fräulein Ilona Gibenschiitz in Frankfurt a. M , die jüngst im Theater- Conzert erfolgreich auftrat, einen Klavier-Abend. Ungewöhnliche technische Befähigung und Feinheit in der mnsikalischen Auffassung zeichnen die Künstlerin aus, die lebhaften Beifall mit ihren Vorträgen gefunden. — Herr Concertmeister Heinrich Wolfs in Frankfurt a. M. feierte am 1. Januar seinen achtzigsten Geburtstag. Er gehörte vom Jahre 1842 — 1878 dem Theater-Orchester daselbst an und hat sich auch um die Pflege der Kammermusik in Frankfurt verdient gemacht. — Man schreibt uns: Von den jüngeren Geigern ragt jetzt der Violin-Virtuose Herr Iaques Wein« tranb besonders hervor. Geboren im Jahre 1868 in Brody als Sohn eines Musikers genoß er im elterlichen Hause den ersten Unterricht, absolvirte 1884 das Conservatorium in Lemberg und begab sich nach Beendigung der Wiener Schule 1887 nach Krrlin, wo er durch Meister Joachim seine letzte Ausbildung erhalten. Vor Kurzem trat er in einem eigenen Concerte in der Singakademie mit Unterstützung des von Capellmeister Herfurth geleiteten philharmonischen Orchesters zum ersten Male vor das Publikum. Er erntete mit allen seinen Vorträgen lauteste und schmeichelhafteste Anerkennung und dürfte sein Name bald zu de» gefeiertesten gehören. — Der erste Kantor der israelitischen Kultusgemeinde in München Herr Emanurl Kirschnrr, ein wegen seines prächtigen Baritons und seiner Meisterschaft als Stimmbildner in iveitesten Kreisen geschätzter Künstler, ist zum Professor an der königl. Akademie der Tonkunst ernannt worden. — In Ehirago wurde Herr- Rabbiner Dr. Emil G. Hirsch eingeladen, das Schiller-Theater mit obligater Rede einzuweihen. — Die Concurrenz um den Wichael-Heer'schen Kreis zweiter Stiftung, zu welcher Bewerber aller Confessioneu zugelassen tverden, ist in diesem Jahr für Musiker bestimmt. Es wird als Aufgabe gestellt: Die Compvsitivn eines mehrsätzigen Tedeums a capella, dessen Hauptsätze achtstimmig sind und in dem mindestens zwei fugirte Sätze Vorkommen. Der Termin für die kostenfreie Ablieferung der Concurrenzarbeiten an den Senat der königl. Akademie der Künste in Berlin ist auf den