Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1893)
- Date
- 1893-02-01
- Page
- Seite 39 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- SS - Gabriel Miesser-Album. V. An Gabriel Riesser, den Vorkäinpfer in den Reihen Israels. O könnt' ich mit des Sehers Macht, In trunkenem Entzücken, Mit klare»! Aug durch tiefe Nacht Der fernen Zukunft blicken! Ja! gäb' ein Gott mir Zauberkraft, Der Zeiten Meer zu teilen! Wie wollt' ich flugs der trübe» Hast Der Gegenwart enteilen! Der Gegenwart, die schwer und fest Auf meinen Schultern lieget, Und mir die Brust zusammeiipreßt, Daß jede Kraft versieget! Der Gegenwart, die, blind und taub, Zum Kind-gealtert, spielet, Und in der Vorwelt Moderstaub Mit vollen Fingern wühlet! Wie neid' ich unfern Enkeln doch, Den spätgebor'nen Enkeln, Die nicht — gebeugt vom Zeitenjoch, — An dumpfem Siechtum kränkeln! Die kräftig sagen: wir sind frei, Weil die Vernunft es heischet. Von keiner Vorsichtsfloskelei — Von keiner Furcht getäuschet! Die mit dem Spielball „Religion" Nicht'tollen Unfug treiben, Sich nicht für künft'gen Himmelslohn — Auf Erden rastlos reiben! Die nicht der Zwietracht wilden Brand Mit altem Kehricht häufen! Nicht — um ein Stückchen Nachbarland Die Schwerter wüthig schleifen! Die nicht in Sklaverei uud Bann Millionen lassen schmachten! Nicht für Chimären dann und wann Noch Menschenopfer schlachten! Dem Mann — ein Freund! Talent — ein Bewundrer! Frankfurt a. M., den 21 Juni. 1840- Die nicht,-doch ach! ich geh zu weit In den Prophetenträumen! Noch thut's ja Not, vom lieben „Heut" Den Schutt hinwegzuräumen! Noch kleb' ich an dem zähen „Jetzt", — Gebannt — im alten Kreise! Wie sehr ich auch, verfolgt, gehetzt, An nieinen Ketten reiße! Noch müssen sich, voll Kraft und Mark, Viel Männerarme ein'gen, Vom abgelebten Geistesquark Den Zeitenstall zu rein'gen! Noch brauchen wir das Wort, die That, — Und Männer, die sich rühren! Die wenn die Kampfesstunde naht, Die Waffen kräftig führen! Noch brauchen Kämpfer wir, wie du! Sich tummelnd in den Schranken! Bewaffnet ohne Rast und Ruh, Mit Worten und Gedanken! Sieh! Unter deinen Fahnen ein'st Du wackrer Kämpfer Viele! Voll Zuversicht, daß d u dereinst Sie führen wirst zum Ziele! Drum — muthig vorwärts! raste nicht! Verzag' nicht, — wackrer Streiter! Du führ'st die Waffe die nicht bricht: Das Recht! Drum kämpfe weiter! Schlag muthig in den Feind hinein! Du Tapfrer, — auserkoren! Und lichte kühn der Schlachten Reih'n, Der Lügner, Heuchler, Thoren! Laß deine Waffe, blank und hell — Nicht rosten-still und träge! Bleib,-wie der Engel Gabriel, — Ein Held auf Gottes Wege! Der Gesinnung — ein Verehrer! Dem vr. med. Schwarzfchild.