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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-01-01 · Heft 1 (1.1.1893) · p. Seite 23

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 1 (1.1.1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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2 3 Oberkantors, im Bösendorfer-Saale einen Liederabend, welcher sich schon mit Rücksicht ans das frühere erfolgreiche Debnt der Küstlerm in Wien eines zahlreichen Besuches erfreute. Und wahrhaftig, das kunstverständige Publikum wurde nicht müde, durch volle zwei Stunden dem klangvollen, in allen Stimmlageir ausgeglichenen Mezzosopran des Fräulein Finkenstein zu lauschen, die durch ein reichhaltiges Programm die Vielseitigkeit ihrer Kunst bezeugte und sich als eine geistvolle, von wahrhaft künstlerischer Auffassung durchdrungene Interpretin klassischer und moderner Liedercomponisten erwies. Mit Recht bemerkte einer der hervorragendsten Wiener Kritiker:. Jettka Finkensteiu weiß vortrefflich zu individualisireu und jedem ihrer Gesäuge eigenes Gepräge und eigenen Reiz zu verleihen. Sie hat für Gluck und die alten Italiener die herbe Größe, für Lieder von Schubert „Doppelgänger" und „Wegweiser" den tiefen Ernst, für Mendelssohn und Brahms die Milde, für das französische Lied den Esprit und den vornehmen Geschmack. Zu diesen geistigen Qualitäten gesellt sich eine angenehme Stimme und die seltene Kunst, diese Stimme den künstlerischen Intentionen dienstbar zu machen. Stürmischer und wohlverdienter Beifall wurde nach jeder einzelnen Nummer des Progammcs sowohl der Sängerin als auch der trefflichen Clavierbegleitnng des Herrn Siegmund Grünfeld gezollt. — Der in Wien verstorbene, allgemein beliebte Schauspieler Höllenstein war der Sohn des ebenso beliebten großen Frankfurter Schauspielers und von jüdischer Abstammung. .Der ursprüngliche Familienname war Halle. Hallenstein schrieb mehrere Lustspiele im Dialect und unter anderein auch eine Parodie auf Scribes „Le verre d’eau“, betitelt „Ein Glas Eppelwein". Er war Gründer der „Schlaraffia", welcher Verein in Prag entstand und bald eine große Ausbreitung über ganz Deutschland und Oesterrreich gewann. —• Am 2. November gelangte L. Fuldas „Wunderkind" im Stadttheater zu Frankfurt a. W. zur Aufführung. — Man schreibt uns: Herr Baron Henri de Rothschild hat der Eomedi francaise in Paris ein wertvolles Geschenk, interessante Handschriften umfassend, übersendet. Herr Elaretie hat dieselben dankbar angenommen und im Theater-Archive untergebracht. — In einem Aufsatze „Zur Geschichte der jüdischen Melodieen" teilt Herr Leopold Kah aus Katilior mit, daß das Kol-Nidre-Licd unter Karl dem Großen entstanden ' sei zur Zeit als der Gregorianische Gesang als etwas Neues in Deutschland eingeführt wurde. — Am 4. November spielte Frl. Ehotilde Klceberg aus Paris im Museumskonzert in Frankfurt a. W. das Beethovensche LT dm' Conzert. Die Pianistin ist durch ihr früheres Auftreten noch in dankbarer Erinnerung und erntete auch diescsmal durch ihre brillante Technik und feinsinnige Auffassung des Meisterwerks reichen Beifall. — In Eonstan; wurde die Leitung des Stadt- „ theatcrs von Neuem Herrn Theaterdirector Adolf Oppenheim übertragen. — Ueber eine Aufführung von „Kabale und Liebe" im Hoftheatcr zu München berichtet die Allgemeine Zeitung: Auf das freudigste überrascht wurden wir durch Frl. Schloß, der inan nach Langem wieder eine dankbare, größere Aufgabe auvertraut hat. Wir haben selten, in den letzten Jahren gar nicht, die Louise so frei von aller Sentimentalität und der fast traditionell gewordenen Weinerlichkeit, so kraftvoll, warm und überzeugend dargestellt gesehen wie durch Frl. Schloß, die auch vom Publicum ganz besonders ausgezeichnet wurde — Der „Warschawskij Dnjewnik" beschreibt wie folgt eine Uhr, an welcher der Uhrmacher Goldfaden in Warschau sechs Jahre gearbeitet hat und die für die Weltausstellung in Ehirago bestimmt ist: Die Uhr stellt eine Eisenbahnstation dar mit Sälen für Reisende, mit Telegraphenbureau, Kasse, einem sehr hübschen, hell erleuchteten Bahnsteig und einem

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