Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2969669-2969795-2969797--3761-2973313- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
22 nach Hainadan abgesand wurde, welches die Ruhe herstellte. — Man berichtet aus Jerusalem: Seit dem 26. September habe» wir nun regelmäßige Eisenbahnverbindung mit der Hafenstadt Jaffa. In dreistündiger Fahrt werden die Haltestationen Battir (Wasserstation), Jl Ras, Sejed, Artus (Krenzungsstationen der Züge), Ramlü, Lidda berührt; zu Jaffa befindet sich die Aufnahmestation. UHealev. Musik und bildende Kunst. Man berichtet ans Genua: Hier gelangte Daran Fra»chrttis Oper„Christoforo Colombo" mit durchschlagendem Erfolg zur Aufführung. Der begabte Componist wurde sehr oft gerufen. — Am 23. November wurde in der großen Oper zu Paris zum ersten Male,, Samson et Dalila" Musik von Sains-Sains, Text von Lemaire anfgeführt. Letzterer hat die altestamentlichen Berichte in Verse gebracht. Die Musik erinnert vielfach an Meyerbeer. Hervorznheben ist der Kriegsgesang Samsons, der Freudenchor der Hebräer ans althebräischen Melodiken zusammengesetzt, das Duett zivischen Samson und Delila und das Tempel-Bachanale. Die Ausstattung des Stuckes ist eine herrliche. — Einen großen Erfolg errang bei der Colnnibnsfeier in Uew-Pork der den Berliner Synagogenbesnchern wohlbekannte Komponist D. Walrinrt, jetzt Dirigent des Germania-Männerchors in Kaltimore, durch Aufführung seiner preisgekrönten-Cantate „Colnmbus". — In Breme» fand am 7. Deeember die erste Ausführung der Oper Rnbinsteins „Kinder der Haide" bei guter Besetzung statt. Der anwesende Kopvnist, welcher das Werk selbst dirigierte, erntete großen Beifall. — Man berichtet: Der^ junge Opernsänger S;e»geri> in Preßlmrg, ein Sohn des Wiener Obercantors Singer, zählt gegenwärtig zu den beliebtesten Mitglieder» des dortigen Theaters; derselbe sang daselbst bedeutende Partieen wie „Rigoletto", „Don Inan", und auch andere und erzielte durch seine prachtvolle Stimme und durch sein durchdachtes Spiel - stets großen Beifall. Wie wir vernehnien, ist der junge Künstler unter glanzenden Bedingungen an ein deutsches Hof-Theater für die kommende Saison bereits verpflichtet. — Man berichtet uns: Jni Theater zu Nürnberg fand das Ballet „Schmettrrlingsjagd" von Herr» Ludwig Löwenbach eine sehr freundliche Aufnahme. Die hübsche Idee, die anmutige Musik, sehr tüchtige choreographische Leistungen und eine glänzende Ausstattung vereinigten sich um das Publikum zu ergötzen. Der gleiche Verfasser hat augenblicklich ein neues, großes zweiaktiges Ansstattnngs- ' galtet in Arbeit, welches die „Glückspinne" betitelt ist und nach dem uns vorbelegten Material eine ähnliche Wirkung verspricht. — Die Nachricht über die Bestätigung der Wahl deS Opernsängers Eerini als Kantor in Srrslan bewahrheitet sich nicht. Vielmehr steht dieselbe noch ganz und gar ans, und Cerini ist die Ausübung von amtlichen Funktionen bis auf Weiteres untersagt. Seit den hohen Festtagen hat derselbe denn auch nicht vorgebetet. Es sollen allerlei Denunziationen von Inländern cingegangen sein, und der Oberpräsident hat zu der Sache noch nicht Stellung genommen. Cerini gedenkt einstweilen Knnstreisen zu unternehmen. — Man berichtet uns: In Wien veranstaltete die großherzoglich hessische Kammersängerin, Fräulein Iettlm Finkrnllrin, Tochter des Posener