Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 der Fall Kohn in Glmiih hat seine Analogie in km Erzbischof Walsh in Dublin, dem Sohne eines Herrn Walshi» Posen, welcher ein Vertreter der semitischen Nasse in reinster Gestalt war. Der Vater des Erzbischofs Walsh ging in jungen Jahren nach London, wo er sich durch Erteilung von Unterricht erhielt. — Fräulein Sara Treues wurde an der Universität in Turin als Professorin der italienischen Sprache diplomirt und dem Gymnasium zu Asti als Lehrerin zngeteilt. — Der „Moniteur de Rome", das officiöse Organ des Papstes, lobt das Verhalten des Bischofs von Digne, welcher den ihm unterstehenden Priestern verbot, „La Libre Parole", das antisemitische Blatt Drumonts, zu lesen. — Am 29. Oktober starb in Mailand Prosper Moses Loria im Alter von 79 Jahren. Er stammte aus Mantua und hat sich, nach Aegypten ansgewandert, nach langjähriger Thätigkeit ein Vermögen von nahezu 20 Millionen Lire erworben. Er lebte in Mailand und war unverheiratet. Sein ganzes Vermögen hat er zur Errichtung eines großen Arbeitshauses für beschäftigungslose Arbeiter bestimmt. Loria hat in einer Broschüre sein Vorhaben ausführlich behandelt. Der Leichnam wurde seeiert und verbrannt. — In Italien haben Parlainentswahten stattgefunden, wobei mehrere jüdische Depntirte neu gewählt wurden. In DoSeana wurden vier, in der Emilia drei, in Venetien vier, in Rom ein Israelit getvählt. — Mehrere Zeitungen melden als ganz bestimmt die bevorstehende Berufung des Exministers Signor Ln;atti in den Staatsrat. Diese Auszeichnung rechtfertigt sich durch seine reiche Begabung auf politischen und finaneiellen Gebieten. — Herr M. Lipman», bisher Bureauchef des Departements des Innern in Franz. Eongo wurde zum Direktor dieses Departements ernannt. — In Amsterdam wurde der Antrag der Namen „Joden breestraat" durch einen anderen zu ersetzen mit Recht vom Magistrat abgelehnt, da man in dem Namen nichts Verächtliches erblicken kann, umgekehrt sei er eine Ehre. Herr Fabius sagte es sei eine Schande zu behaupten der Name „Joden breestraat" sei nicht schön. — Ein ausgezeichneter jüdischer Arzt, Dr. Pan prang Heijmans, starb in Amsterdam nach 33jähriger Praxis. Sehr oft wurde er an holländische Universitäten berufe», lehnte aber jedes Mal ab, weil er seinem Berufe im Haag treu bleiben wollte. — Die israel. Gemeinde in Warschau hat in ihrem nächstjährigen Voranschläge an Einnahmen verzeichnet 1308t9 Rubel und an Ausgaben 130429 Rubel. —• Herr Oberrabbiner Winor in Moskau, der mehr als vierzig Jahre dort wirkte wurde ausgewiesen. Die neue Synagoge welche am 17. Juni ihrer Pestiminnng übergeben wurde, ist behördlich geschlossen worden mit der Begründung, weil im Juli der letzte Termin für die Juden, welche Moskau verlassen müsse», ablänft. — Am 23 Oktober wurde in lstdelfa das neu erbaute Hans für die Talmnd- Thora feierlich eingeweiht. Der verstorbene unvergeßliche Oberrabbiner Herr Dr. Schmabacher hat seine reichhaltige Bibliothek dieser Anstalt vermacht. — Die jüdischen Elementarschüler in Anhland werden der Aufsicht der Gemeindevorstände entzogen und dein Ministerinin der Vvlksanfklärung unterstellt. — Der „Kirchliche Anzeiger" für Rußland veröffentlicht die Ziffern über Judentanfeu in den Jahren 1870 bis 1887. Dieselben ergeben zusammen 8587, das macht durchschnittlich 500 jährlich, eine in Anbetracht der russischen Verhältnisse bei 5 Millionen Inden sehr geringe Zahl. — Die Vcrtvaltnng des jüdischen Waisenhauses in (Adesta hat beschlossen, die Weltaustellung in Ghirago mit Arbeiten dieser Anstalt zu beschicken — Im Jahre 1891 sind in Ausland (exkl. Finnland) 9053 Bücher und Broschüren in etwa 29 Millionen Exemplaren erschienen Von dieser Zahl waren 6588 in 23 Millionen Exemplaren in russischer Sprache ge-